Vorgeschmack auf den VW ID.7: Bulli T1 als Stromer ab 64.900 Euro

 

Eigentlich sollte dieses Projekt eines voll elektrischen T1 von Volkswagen Nutzfahrzeuge und dem auf E-Auto-Umbauten spezialisierte Unternehmen eClassic sein Debüt auf der Techno Classica in Essen feiern. Doch aus den bekannten Gründen wurde daraus nichts, außer einer virtuellen Vorstellung. Der eigentliche Grund des Projekts: Zusammen mit eClassics will VW für Kunden seine Transporter-Klassiker zu Elektroautos umbauen. Der äußerst beliebte Samba-Bulli bringt hier die notwendige Emotionalität mit ins Spiel.

 

Als Basis diente ein T1 Samba-Bus von 1966, der zuvor rund ein halbes Jahrhundert durch Kalifornien rollte. Der Original 44-PS-Vierzylinder-Boxermotor wurde durch einen aktuellen E-Motor von Volkswagen ersetzt, der aus dem e-Up! stammt und über eine Leistung von 83 PS und einem maximalen Drehmoment von 212 Nm verfügt.

 

Analog zum Boxermotor beim T1 treibt der E-Motor, in Kombination eines 1-Gang-Automatiketriebes, die Hinterachse an. Über einen Schalthebel, der zwischen Fahrer- und Beifahrersitz angeordnet ist, können die angezeigten Automatikstufen P, R, N, und B gewählt werden, wobei in Stufe B die Energierückgewinnung beim Bremsen (Rekuperation) variiert werden kann. Für die Energieversorgung ist eine Lithium-Ionen-Batterie mit nutzbaren 45 kWh an Bord, die sich, mittig im Fahrzeugboden untergebracht, positiv auf seine Fahreigenschaften auswirkt.

 

Schnellladesystem für 80 Prozent Aufladung in 40 Minuten

 

Geladen wird die Batterie per CCS (Combined Charging System), welches das Laden mit Wechsel- und Gleichstrom ermöglicht. Am schnellsten lässt sich der e-Bulli an DC-Schnellladesäulen mit bis zu 50 kW Ladeleistung in 40 Minuten auf 80 Prozent aufladen. Mit voller Batterie soll er eine Reichweite von bis zu 200 Kilometern schaffen. Neben dem modernen Antrieb bekam die Studie auch ein neu konzipiertes Fahrwerk mit Mehrlenker-Vorder- und Hinterachse, mit verstellbaren Stoßdämpfern, Gewindefedern und vier innenbelüftete Scheibenbremsen. Zudem zog neuzeitliche LED-Beleuchtungstechnik beim Oldie ein.

 

Das überarbeitete Interieur behielt das Flair der Sechzigerjahre

 

Als Vorzeigeobjekt wurde natürlich auch beim Interieur Hand angelegt, wobei die Designer bei dessen Neugestaltung den Stil der Fünfziger- und Sechzigerjahre beibehielten. Die Sitze und Verkleidungen wurden mit zweifarbigem Leder bezogen und der Boden bekam eine Schiffsdielenoptik aus Holz. Ebenfalls dem Original angelehnt ist die Optik des Analog-Tachos, der mittig unter dem Lenkrad im Old Style sitzt. Lediglich ein kleines, integriertes Digital-Display für relevante Anzeigen verrät sein neueres Datum. Genauso wie das antik anmutende Radio im Retro-Style, in dessen Gehäuse moderne Technik wie DAB+, Bluetooth und ein USB-Anschluss steckt.

 

Der T1-Umbau ab 64.900 Euro hat einen entscheidenden Haken

 

Keine Frage, dieser e-Bulli ist eine Augenweide, bei dem nicht nur Oldtimer-Fans ins  Schwärmen geraten. Stellt sich abschließend die Frage, was soll dieser vorgestellte T1 eigentlich kosten? Der VW Nutzfahrzeuge-Partner eClassics bietet mehrere Umbauvarianten zum T1 Bulli an, aber auch für den T2 und T3. Beim T1-Umbau werden „ab 64.900 Euro“ genannt. Bei genauer Betrachtung jedoch eine ernüchternde Variante: Der Käufer muss seinen eigenen Oldtimer mit einbringen, der nur die oben beschriebenen E-Komponenten, inklusive der neuen Vorder- und Hinterachse implantiert bekommt.

 

Ein E-Umbau bedeutet bei einem Oldtimer kapitaler Wertverlust

 

Angesichts des hohen, ständig steigenden Marktpreises eines T1 in sehr gutem Zustand, werden sich die Besitzer jedoch kaum für einen kompletten E-Umbau entscheiden. der bei solch einem Oldtimer einen kapitalen Wertverlust mit sich bringt und zudem den Verlust des H-Kennzeichens bedeutet. Zwar gibt es eine Nachfrage bei Klassikerumbauten auf E-Antrieb, und viele kleinere Firmen widmen sich schon seit Jahren diesem Thema, aber aufgrund der geringen Stückzahlen wird es wohl eine unbedeutende Marktnische bleiben. (Fotos: Volkswagen Nutzfahrzeuge).

 

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