Vor 75 Jahren begann in Wolfsburg die Serienproduktion des VW Käfer und damit die einzigartige Erfolgsstory dieses Fahrzeugs

Im Juni 1945 übernahm die britische Militärregierung die Treuhänderschaft über das Volkswagenwerk in Wolfsburg. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann die Produktion des Volkswagen Typ 1 mit dem Plan, das Fahrzeug für dringend benötigte Transportaufgaben innerhalb der Besatzungszone einzusetzen. Eine Schlüsselrolle bei dieser Entwicklung spielte der Senior Resident Officer Major Ivan Hirst, der nach Wolfsburg entsandt wurde und mit britischem Pragmatismus das Werk schließlich vor der drohenden Zerstörung bewahrte. Hirsts Weitblick und sein Improvisationstalent ermöglichten es, die Automobilproduktion in den Jahren der Rationierung unter den Bedingungen der Knappheit aufzunehmen. Mit seiner Begeisterung für Technik und Autos, seiner Zielstrebigkeit und klaren Haltung gelang es ihm, in beeindruckend kurzer Zeit den ehemaligen Rüstungsbetrieb in ein ziviles Industrieunternehmen umzuwandeln.

 

Die britische Militärregierung erteilte im August 1945 einen Auftrag über 20.000 Fahrzeuge. Die Aufnahme der Produktion war ein sichtbares Zeichen des Neubeginns und der Hoffnung in dem am Ende des Zweiten Weltkriegs weitgehend zerstörten Werk. Diese Lösung entsprach der britischen Deutschlandpolitik, die finanzielle Sicherheit und Zukunftsperspektiven für die Bevölkerung als wesentliche Elemente für den Aufbau demokratischer Strukturen sah. Die Demokratie hielt Einzug in das Volkswagenwerk, und am 27. November 1945 trat der in demokratischer Wahl gewählte Betriebsrat zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen.

 

Dennoch gab es erhebliche Probleme bei der Versorgung der Belegschaft mit Lebensmitteln und Wohnraum, und die Produktion wurde durch Engpässe bei der Rohstoff- und Energieversorgung behindert. Trotz dieser schwierigen Bedingungen lief kurz nach Weihnachten die erste Volkswagen Limousine vom Band. Bis zum Jahresende 1945 wurden 55 Fahrzeuge produziert.

 

Von 1946 bis zur Währungsreform wurden etwa 1.000 Fahrzeuge pro Monat produziert. Mehr Fahrzeuge zu produzieren, war bei der Materialknappheit, der Rationierung und dem Personalmangel nicht möglich. Mit dem Beginn des Exports der Volkswagen Limousine im Jahr 1947 und dem Aufbau eines Vertriebs- und Kundendienstsystems legten die verantwortlichen Treuhänder den Grundstein für das weitere Wachstum des Unternehmens.

 

Die Entscheidung, eine zivile Fabrik aufzubauen und mit der Serienproduktion des Volkswagen Typ 1 zu beginnen, war der Startpunkt einer einzigartigen Erfolgsgeschichte. Dank des frühen Neustarts war die Volkswagenwerk GmbH für den wirtschaftlichen Aufschwung nach Einführung der D-Mark bestens gerüstet. Unter der inoffiziellen Bezeichnung „VW-Käfer" wurde der Wagen weltweit so beliebt wie kaum ein anderes Automodell. Er war auch ein Rekordbrecher in Bezug auf Produktion, Laufzeit und Volumen. Erst im Jahr 2003 stellte Volkswagen die Produktion des originalen VW Käfers in Mexiko ein, nachdem 21.529.464 Fahrzeuge hergestellt worden waren, davon rund 15,8 Millionen in Deutschland. (Fotos: Volkswagen of America)

 

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