Von Woodstock nach Waikiki – der nostalgische Sog des VW T1 Samba-Bus

Was haben Tourneemusiker, Alpenforscher und Strandfaulenzergemeinsam? Man könnte sie hinter dem Steuer des raren und begehrten Hippie-Klassikers erwischen, dem mit 23 Fenstern ausstaffierten T1 Bus von Volkswagen.

Den US-Käufern als „Deluxe Mikrobus mit Samba-Paket“, hierzulande als Samba-Bus bekannt, war der „23-Fenster-Bus“ ursprünglich als ein Fahrzeug für Touren in den Schweizer Alpen konzipiert, das bis zu neun Passagieren optimale Aussicht bot, und somit auch bei Familien, Campern und Mitgliedern der Gegenkultur schnell beliebt wurde. Der Van verfügte über eine Sammlung einzigartiger Fenster, darunter acht Oberlichter, zwei gebogene Heckfenster, ein großes Faltschiebedach und eine geteilte Windschutzscheibe. Der zwischen 1951 und 1967 produzierte Mikrobus der ersten Generation war budgetfreundlich und für Sightseeing-Abenteuer gebaut. Der Vierzylinder-Boxer-Motor werkelte im Fond, sodass der Fahrer, ohne die kleinste Haube vor der Nase, eine unvergleichliche und freie Sicht auf die Straße genießen konnte.

Im Laufe der Zeit tauchte die klassische Silhouette des Mikrobusses an Stränden, auf Campingplätzen und bei Musikfestivals auf. Der Bus wurde schnell zum Synonym für die Gegenkultur - stellte er doch das komplette Gegenteil der aufgemotzten Muscle Cars dar, die in den 1950er und 1960er Jahren aus Detroit herausgepumpt wurden. Der Bus war relativ einfach zu warten und konnte viele Fahrgäste befördern, Eigenschaften, die für die nomadisierenden Hippies der 1960er Jahre sehr attraktiv waren. Der Mikrobus war auch dafür verantwortlich, die Automobilindustrie aufzurütteln, gerade als sich in Amerika wichtige politische, kulturelle und soziale Umbrüche abzuzeichnen begannen.

Während es den ursprünglichen Bus mit 23 Fenstern nur in zwei Farben gab (Mausgrau mit einem perlweißen Verdeck oder Siegelwachsrot mit einem kastanienbraunen Verdeck), passten Surfer und Hippies die Lackierung mit individueller Kunst, Friedenszeichen und Texten ihrer Lieblingsbands schnell an den eigenen Geschmack an. Der Mikrobus ist in der gesamten Popkultur zu finden, von Albumcovern bis hin zu Zeichentrickfilmen. Bis zum heutigen Tag ruft der Bus immer noch Gefühle der Nostalgie und des freien Geistes hervor.

Einen originalen Bus mit 23 Fenstern auf der Straße zu sehen, ist inzwischen äußerst selten. Geschätzt nur zwischen 5 und 10 Prozent aller hergestellten VW-Bus-Modelle verfügten über diese besondere Fenster-Kombination. Und wenn sie in erstklassigem Zustand auf dem Markt auftauchen, können sie eine sechsstellige Summe erzielen: Im Jahr 2017 wechselte bei RM Sotheby´s in New York ein 1960er Volkswagen Deluxe Mikrobus Samba mit 23 Fenstern seinen Besitzer für 207.200 US-Dollar (176.100 Euro) und stellte damit einen neuen Rekord für dieses Modell auf.(Fotos: Volkswagen of America).

 

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