Vom „hässlichen Entlein" zum Kultauto: Der Citroën 2CV feiert seinen 70. Geburtstag

In diesen Tagen feiert der Citroën 2CV seinen 70. Geburtstag, der am 7. Oktober 1948 erstmals auf dem Pariser Automobilsalon präsentiert wurde. In einer Zeit, als das Automobil noch ein Luxusobjekt war, wurde die „Ente“ insbesondere für die arbeitende Klasse konzipiert und konnte mit ihrem Frontantrieb, langer, weicher Federung sowie Vielfältigkeit und mit hoher Wirtschaftlichkeit dank sparsamen Zweizylinder-Motor überzeugen.

Zunächst wurde der Wagen von der Fachpresse belächelt, der jedoch schnell zu einem Erfolgsmodell aufstieg. Anfänglich brachte der luftgekühlte Zweizylinder-Boxermotor eine Leistung von gerademal 9 PS. In den 42 Jahren Bauzeit wurde sie auf 29 PS gesteigert, unverändert blieb dagegen die markante Form des 2CV, von dem im Jahr 1990 das letzte Exemplar in Portugal vom Band rollte. Bis dahin wurden vom Citroën 2CV (inklusive Kastenwagen) über 5,1 Millionen Fahrzeuge gebaut.

Nach seinem Debüt dauerte es ganze elf Jahre, bis der 2CV offiziell nach Deutschland kam, dessen Preis damals nur rund 100 DM unter dem des Käfers lag, was den Absatz erschwerte. Zehn Jahre später sah das ganz anders aus. Zum einen war jetzt die Ente immerhin 500 DM billiger als der Käfer, zum anderen war sie inzwischen gesellschaftsfähig, und es war es sogar eine Frage des Lebensstils, eine Ente zu besitzen. So schaukelten Professoren wie Studenten gleichermaßen damit zur Uni. Die höchsten Zulassungszahlen in Deutschland erreichte die Ente in den 1980ern, wo zahlreiche Sondermodelle wie „Charleston“ (ab Oktober 1980), „Dolly“ (ab März 1985), „I fly bleifrei“ (1986) oder die „Sausss-Ente“ (1987) auf den Markt kamen.

Im letzten Produktionsjahr lag der Preis für den 2CV bei 9.900 DM. Viele Exemplare hatte der Rost ganz schnell aufgefressen. Rostvorsorge gab es bei Citroën nicht, und die Ente wurde von ihren Fahrern zwar geliebt, aber selten gepflegt. Dementsprechend waren in den 1990ern viele Enten für einen dreistelligen Betrag zu haben. Das hat sich grundlegend geändert. Ein Schnäppchen ist die Ente heute nicht mehr. Die Preise für den 2CV sind in den letzten Jahren überproportional angestiegen. Richtig gute Exemplare des Kultautos notieren die Experten der Classic Data Marktbeobachtung heute zwischen 13.000 und 14.000 Euro, unabhängig vom Baujahr und der Motorisierung.

Dabei gibt es immer mal wieder einige Ausreißer nach oben. So wurde im Januar in Frankreich vom Auktionshaus Osenat ein früher 2CV aus dem ersten Produktionsjahr 1949 für sagenhafte 75.600 Euro versteigert. Ebenfalls im Mutterland erzielte der Versteigerer Artcurial im vergangenen Jahr 53.640 Euro für eine neuwertige Charleston-Ente von 1990. In einer ganz anderen Liga spielt die Sahara-Ente, denn von der Allrad-Version mit zwei Motoren wurden nur 694 Exemplare gebaut. Die Rarität ist meist fest in Sammlerhänden und kommt nur selten auf den Markt. Classic Data notiert das Modell im Zustand 2 für rund 70 000 Euro. Den Rekordpreis von sage und schreibe 172.840 Euro erzielte vor zwei Jahren ein originaler 2CV 4x4 mit nur 11.000 km auf dem Tacho. (ampnet/Fotos:Citroën)

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