Tanz der Ventile: Ibisweißer 1978er VW Derby mit extrem drehfreudigem Motor und speziellem Airride-Fahrwerk

Tijs van Breda macht keine halben Sachen. Egal wohin der Blick schweift, am 1978er Derby des Niederländers bleiben die Augen einfach überall hängen. Im blitzblanken Motorraum sitzt ein komplett neu aufgebauter 1,3-Liter-Motor. Das Triebwerk basiert auf einem Golf 2-Motor, bei dem im Prinzip alles modifiziert wurde, was nur möglich war. Ehemals 45 PS stark, stemmt die Maschine nun rund 140 PS – und das bei einer selten gesehenen Drehfreudigkeit von bis zu 9.500 Umdrehungen pro Minute.

Drehorgel: Der überarbeitete Motor schafft standfeste 9.500 Umdrehungen

Im Motorinneren verbaute Tijs H-Schaft-Pleuel mit JE-Kolben. Eine 305-Grad-Nockenwelle gibt den Takt vor, in dem nun Spezialventile tanzen. Die G40-Kurbelwelle speckte er bis aufs Äußerste ab. Ein KMS-Motormanagement sowie eine frei programmierbare Zündanlage runden das Paket ab. Obendrein gab´s noch eine Aluminium-Schwungscheibe und eine G40-Kupplung, die den Kraftschluss zum Polo 86c („AHD“)-Getriebe herstellt. Die Abgase entsorgt der Derby kernig blasend durch einen 4-2-1-Fächerkrümmer nebst angeflanschter Edelstahl-Auspuffanlage mit 65 Millimetern Durchmesser.

Konglomerat: Das Airride-Fahrwerk ist eine individuelle Konstruktion

Fahrwerkstechnisch steht dieser VW Derby auf einem höchst individuell zusammengestellten Luftfahrwerk von Airlift. Da es nix von der Stange zu kaufen gab, wurde das Setup mit angepassten Komponenten vom Golf 4 und Golf 1 verbaut. Die Hinterachse steuerte ein Polo G40 bei, ebenso die Antriebswellen und das nachträglich umgebaute Differenzial.

Motorsport-DNA: Pedalbox und CAE-Shifter im Innenraum

Die Bremsanlage stammt von einem Golf 2 GTI, wurde optisch aufpoliert und durch Stahlflex-Leitungen ergänzt. Eine OBP-Pedalbox mit Waagebalken wertet den Fußraum nicht nur optisch gewaltig auf, hier lässt sich der Bremsdruck auch getrennt nach Achsen feinjustieren. Für die trieb Tijs einen Satz originaler BBS Mahle-Felgen aus dem Jahr 1980 auf und ließ ihn komplett restaurieren. In 6,5 x 15 Zoll mit verchromten Original Nabenkappen aus Metall und 165/45er Reifen machen sie am blütenweiß reinen Derby-Body eine mehr als nur gute Figur.

„Ibisweiß" von Audi bis ins hinterste Eck

Apropos Metall: Tijs restaurierte die Karosse seines VW Derby in mühevoller Kleinarbeit von Grund auf. Erneuert wurde die komplette Front, die Radhäuser innen wie außen, die Seitenschweller und zahllose weitere Blechteile. Bevor der Blechbody den neuen Lackauftrag in Ibisweiß von Audi bekam, durchlief er noch etliche Prozeduren wie Sandstrahlen, Epoxidharzbeschichten und noch so einige andere mehr. Die Farbe drang bis an den Tank, die Achsen und viele weitere, verborgene Teile vor.

Liebevoll aufbereitet: Tolles Interieur mit dem Charme der 70er Jahre 

Auch im Innenraum gelang Tijs die perfekte Rundum-Kur. Mit original aussehenden Stoffen und Materialien bekam das Interieur wieder den Charme der 70er Jahre zurück. Der Dachhimmel in weißem Leder und das mit schwarzem Leder bezogene Armaturenbrett stechen daraus edel hervor. Der CAE-Shifter thront wie ein Zauberstab in der Mitte des Cockpits und wirkt fast schon ein wenig provokant.

Fünf lange Jahre gingen beim Restaurieren und Umbau des Derby ins Land, wobei Tijs großen Wert auf Detailtreue legte. Nur originale Teile wurden verbaut und irgendwelche Billiglösungen kamen für ihn eh nicht in Frage. Und mal abgesehen von den Kosten hat sich schließlich Tijs´ hoher Arbeitsaufwand schon mehrfach gelohnt. Es gibt wohl kaum einen Event, bei dem er mit seinem Derby auf der Showbühne keinen Pokal abgeräumt hat. Und da darf so ein Projekt auch ruhig mal ein bisschen länger dauern.

 

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