Täuschungsmanöver: 1955er Volkswagen Fahrschul-Käfer

Jeder, der den Mann hinter dem Autohandel Oldbug.com in Kalifornien genauer kennt, weiß, dass ich besonders seltsame Dinge mag, wenn es um klassische Volkswagen geht. Und als dieses Auto im Posteingang auftauchte, bin ich völlig ausgeflippt. Ich hatte schon Gerüchte über seine Existenz gehört und wurde mit Geschichten aufgezogen, aber tatsächlich Fotos davon zu sehen, verdrehte mir förmlich den Kopf.

Dieser Käfer selbst ist an sich schon beeindruckend, ein extrem solides, gut erhaltenes Original, das an einigen Stellen einfühlsam restauriert wurde, um ein ansprechendes, geschmackvolles Gesamtpaket zu schaffen. Der Wow-Faktor kommt in dem Moment, in dem ihr die Tür öffnet… das ist etwas, das ihr nicht oft zu sehen bekommt! Klar, Autos mit doppelter Kontrolle zur Fahrerschulung gibt es schon seit langem. Im Grunde waren sie normale Autos, ausstaffiert mit einem zusätzlichen Lenkrad und einem zweiten Satz Pedale, die der Fahrlehrer im Notfall benutzen konnte.

Vor etwa 25 Jahren oder so stieß ich auf einer VW-Tauschbörse hier in Kalifornien an einem Händlerstand auf einen dieser speziellen Pedalaufsätze. Ich habe ihn angestarrt und bestaunt und ging leider daran vorbei, aber von diesem Zeitpunkt an wusste ich, dass es irgendwo da draußen einen Käfer mit Doppelsteuerung geben musste! Der Besitzer dieses Wagens könnte jetzt, Jahre später, auf die gleiche Pedalbaugruppe gestoßen sein und hat das getan, wovon ich immer geträumt hatte: Eine Doppel-Pedalerie in ein Auto einzubauen und es zum Laufen zu bringen.

Also… um ehrlich zu sein, war dieses Auto kein richtiges Trainingsauto, als es neu war, aber wenn ich euch das nicht sagen würde, würdet ihr nie vermuten, dass es nicht so war. Die Pedalbaugruppe ist echt und wurde speziell für den Käfer konzipiert, und die Anordnung ist genauso, wie es sein sollte, und die Ausführung ist unglaublich überzeugend und gut gemacht.

Das Auto wurde im Jahr 1983 abgestellt und war schon weit über ein Jahrzehnt im Visier des jetzigen Besitzers, bis der ursprüngliche Besitzer verstarb. Das Auto bekam technisch wie optisch eine gründliche Überholung, darunter die Bremsen, der originale, nummerngleiche 36-PS-Boxermotor, die Pulverbeschichtung der Motorgehäuse sowie die Erneuerung der Bremsleitungen, der Stoßdämpfer und des Auspufftopfs.

Im Innenraum bekamen die Sitze, Rücksitzbank und Türverkleidungen einen frischen Überzug aus ziegelrotem Kunstleder mit schwarzer Paspelierung an den Rändern und der Mohair-Dachhimmel und die Teppiche im Fußraum aus deutscher Wolle in typischer Quadratbindung wurden erneuert. Die Abnutzung der Originalfarbe des Autos, eine Neulackierung etwa um 1979, ist mit seinen Macken und Kratzern und einer leichten Patina so überzeugend als sei das originalgetreu. Lediglich die Original-Räder wurden neu in Weiß-Rot lackiert und mit Firestone Weißwand-Reifen ausgestattet.

Um den normalen Käfer optisch leicht erkennbar zu einem Fahrschulauto der 50er Jahre zu machen, hat der Besitzer liebevoll ausgesuchte, stilechte Details aus dieser Zeit hinzugefügt, darunter die damaligen AAA Driver Education-Logos auf den Türen, die so kunstvoll aufgemalt sind, als seien sie stellenweise verblasst oder die Peilstäbe an den vorderen Kotflügeln mit Flaggen und der Aufschrift „Student Driver“. Dazu kommen andere Details wie doppelte Rückspiegel außen und innen, rote Markierungen am Lenkrad auf 10 und 2 Uhr, das „Safety First“ um den Hupenknopf oder stilechte Aufkleber, alles Dinge die vortäuschen, dieser Käfer sei von Anbeginn ein Fahrschulauto gewesen.

Der gelungene Nachbau und die Aufmerksamkeit, die dieser äußerst spaßige Käfer sicher überall auf sich zieht, wo er auftaucht, muss im Mai 2021 bei der Online-Auktion von RM Sotheby`s einem Bieter derart gut gefallen haben, dass er den Käfer am Ende für 38.500 US-Dollar ersteigerte. (Photos: Maxx Shostak / RM Sotheby´s)

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