Stuttgarter Prachtstück: 1989 Porsche 911 Speedster mit 3,2-Liter-Carrera-Motor

Im Jahr 1989 präsentierte Porsche einen 911er in limitierter Auflage, in Gedenken an die großen 356 Speedster der 50er Jahre. Basierend auf dem 3,2-Liter-911 Carrera wurde der neue Speedster auf einem spezifizierten Turbo-Chassis aufgebaut, zu dessen Ausstattung gelochte Bremsscheiben in Verbindung mit leistungsstarken Vierkolben-Bremssätteln gehörten. Das Modell bekam eine neue, leichte Karosserie im unverwechselbaren wide-body-Turbo-Style mit bulliger Heckpartie und dazu eine flachere Windschutzscheibe. Die Rücksitze mussten ihren Platz räumen, stattdessen wurde der 911er mit einer buckelförmigen Hartverkleidung ausgestattet, um darunter das einziehbare Soft-Verdeck zu verstauen.

 

Mit nur 41 Meilen auf dem Zähler fast jungfräulich

 

Weltweit wurden von diesem Porsche 911 Speedster lediglich etwa 2.100 Exemplare gebaut, darunter nur 819 Fahrzeuge, die für den nordamerikanischen Automarkt spezifiziert waren, was diesem Sondermodell einen besonderen Seltenheitswert verleiht. Diesen über 30 Jahre alten Speedster zeichnet allerdings noch eine andere Besonderheit aus: Er wurde so gut wie gar nicht gefahren. Gerademal 41 Meilen, also 66 Kilometer, stehen auf dem Zähler, was ihn bei der Online-Auktion „Driving into Summer 21“ vom 21. bis 29. Mai 2020 von RM Sotheby´s umso interessanter machte und er mit einem Schätzwert von 225.000 – 250.000 US$ eingestuft wurde.

 

Seine Montage fand im Juli 1989 statt. Die Lackierung wurde in traditionellem Guards Red ausgeführt und der Innenraum, wie auf der alten Originalrechnung des Händlers angegeben, mit schwarzem Leder bezogen. Zur weiteren Ausstattung gehörten werkseitig ein Sperrdifferential, ein Wurzelholz-Armaturenbrett, eine erhöhte Lenkungsnabe, elektrisch verstellbare Sitze und beheizbarer linker Sitz, ein kurzer Schalthebel, Tempomat und ein Radio mit CD-Player.

 

Der feurige Stuttgarter wurde konserviert stillgelegt

 

Im Neuzustand wurde das Prachtstück vom Porsche-Händler Jack Daniels in New Jersey an einen Robert Haack von „Thousand Oaks“ in Kalifornien verkauft. Dort verbrachte der Porsche Speedster im karosseriefreundlichen Wetter Südkaliforniens sein ganzes Leben, oder besser gesagt, fristete sein kurzes Dasein, denn im Wesentlichen blieb er unbenutzt, und wurde schließlich mit einem trocken gelegten Kraftstofftank für optimale Konservierung eingelagert.

 

Nach der jüngsten Übernahme durch den Versender wurde der Speedster von den Markenexperten von V & S Motors in Marina Del Rey einer gründlichen mechanischen Behandlung unterzogen, darunter Arbeiten an der Motorisolationsdämmung, Filtern, Riemen, Bremsschläuchen, Motorhauben- und Kofferraumdeckeldämpfern sowie einem umfassenden Service aller Flüssigkeiten. Zudem wurden auf die Fuchs-Leichtmetallräder neue Michelin-Reifen aufgezogen. Neben den Originalreifen  gehörten zum Auktionspaket das Ursprungszeugnis von Porsche, die originale Bedienungsanleitung einschließlich Garantieheft, ein Händlerverzeichnis sowie ein Luftkompressor, eine Werkzeugrolltasche und ein Ersatzschlüssel.

 

Während der Online-Auktion saßen sicherlich einige Bieter am PC, um diesen quasi neuwertigen Speedster zu ergattern, vom anspruchsvollen Sammler über Oldtimerhändler bis hin zum Porsche-Fan mit Herzblut, der mit diesem Speedster lieber offenen Fahrspaß genießen würde, statt ihn wieder in einen Dornröschenschlaf zu schicken oder in einer Halle wegzusperren. Am Ende ging der Wagen für 220.000 US$ an einen neuen Besitzer – hoffentlich an den Richtigen.(Fotos: RM Sotheby´s)

 

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