Retro-Chic am getunten Einser: 82er VW Golf 1 mit 16V-Power und klassischen Nothelle-Alus

Unsere heutige Story widmet sich einem Volkswagen aus dem Land der Gourmets und Feinschmecker, genauer gesagt aus der Stadt Paris. Sein Besitzer, Nenad Jovanovic, angelte sich im Jahr 2009 diesen 82er Golf 1 GL in halbwegs brauchbarem Zustand und mit 116.000 Kilometern auf der Uhr. Der Vorbesitzer war ein Anwalt, daher sollte man meinen, dass der Kauf eine korrekte Angelegenheit war. Doch beim Zerlegen des kantigen Gesellen stellte sich leider heraus, dass der Gammel in allen möglichen Ecken weit fortgeschritten war.

Striptease bis auf die Rohkarosse

Kein Problem für Nenad, denn als Mitglied beim Club IDF Golf konnte auf zahlreiche Unterstützung bei der Verwirklichung seines Projekts zählen. Als erstes wurde der Golf bis auf die Rohkarosserie gestrippt. Rostlöcher verschloss das Schweißgerät, Dellen und Beulen wurden mit Zinn und Füller bearbeitet. Bei der Gelegenheit ließ Nenad auch gleich noch die Typschilder und den Heckwischer verschwinden. Die Neulackierung in einem Kaffeebraun-Ton weckt Erinnerungen an die 80er Jahre.

Der betagte Motor musste einem moderneren 16V-Aggregat weichen

Der originale 1,5-Liter-Motor wurde ins Altteillager geschickt. Fortan sollte ein 1,8er 16V-Aggregat aus einem Scirocco den Einser befeuern. Die Bremsanlage wurde ebenfalls aus dem Rocco übernommen. Die Auspuffanlage ist ein individuell zusammengestellter Mix aus Scirocco-Teilen, Supersprint-Komponenten und einem Powersprint-Endtopf, an den ein Edelstahl-Endrohr im legendären Schrick SR1-Look montiert wurde.

Beim Zusammenbau des Fahrwerks tauschte Nenad sämtliche antiken und spröden Gummilager und -buchsen gegen neue Originalteile aus. Gute Connections zu VW-Händlern im ehemaligen Jugoslawien ermöglichten die rasche Beschaffung der Teile. Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass Volkswagen unter anderem den Golf 1 und 2 in Sarajevo (heutiges Bosnien und Herzegowina) direkt vor Ort für den dortigen Markt produzieren ließ. Die Autos waren unschwer am Schild im Kühlergrill mit der Aufschrift TAS zu erkennen. Tiefergelegt wurde der Golf mit Hilfe eines H&R-Gewindefahrwerks.

Die Nothelle Classic-Räder sind ein echter Hingucker

Nach einem kurzen Intermezzo auf 14-Zoll-Felgen vom 3-Liter-Lupo fand der Franzose endlich seine Traumräder: Nothelle Classic Räder in 7 x 16 Zoll, die geschliffen und in einem gedeckten Beige-Farbton lackiert wurden. Sparsam bei der Wahl des passenden Gummis, fiel die Wahl auf 165/45er von Nankang. Innerhalb kurzer Zeit stand der Golf da wie eine Eins - zumindest äußerlich.

Frisch bezogene Sitze zum Anbeißen

Die Sitze des Golf 1 hätte unsereins höchstwahrscheinlich im nächstgelegenen Müllcontainer entsorgt. Nenad erkannte jedoch das Potenzial, welches in den völlig zerfledderten und zerbissenen Recaros steckte. Ein befreundeter Sattler arbeitete das Gestühl wieder auf und bezog es mit braunem, samtig weichem Stoff. Dazu passte das antike Raid-Turbo-Lenkrad mit vier Speichen und Nothelle-Hupenknopf vorzüglich. Abschließend tauschte Nenad noch sämtliche Türgummis und Fensterdichtungen gegen neue aus, inklusive den alten Chromkedern versteht sich.

 
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