Rarität mit fremden Wurzeln: Ein VW K 70 von 1974 trifft auf die Moderne

Wenn bei VW-Klassikern die Rede von einem wassergekühlten Frontmotor und Vorderradantrieb ist, denkt fast jeder automatisch an den VW Golf. Doch es gab bereits 1970 ein anderes, wassergekühltes Modell, das zudem der erste in Serie gebaute Volkswagen mit Frontantrieb war, den VW K70.

Dabei war der K70, der bei Volkswagen den Beginn einer völlig neuen Fahrzeugbauweise einläutete, nicht einmal eine hauseigene Entwicklung, sondern eine von NSU. Das Design stammt von Claus Luthe, der auch mehrere Modelle des Prinz und den legendären NSU Ro 80 entwarf und später 18 Jahre lang erfolgreich Chefdesigner bei BMW war. Nach der Übernahme der NSU Motorenwerke durch die Volkswagen-Tochter Audi, nahm sich Volkswagen selbst des fertig entwickelten K 70 an und begann, ihn im eigens dafür aufgebauten Volkswagenwerk Salzgitter zu produzieren. 

So markant der Wagen auch aussah, stand er in den Verkaufsräumen wie Blei und war kaum an den Mann zu bringen. In viereinhalb Jahren verließen rund 211.000 Fahrzeuge das Werk in Salzgitter, ehe die Produktion Anfang 1975 eingestellt wurde.

Mit Airride liegt der K 70 auf der Höhe der Zeit

Fans von originalen Fahrzeugen und klimatisierten Stellplätzen für ihre automobilen Schätzchen müssen jetzt tapfer sein, denn was Stefan Obenauf aus Österreich mit seinem VW K 70 gemacht hat, das bedarf bei Puristen und Sammlern sicherlich ein paar Beruhigungspillen.

Flach liegt er da, der kantige Geselle. So flach, dass die glänzenden Porsche Fuchs Replika-Felgen in 7 x 17 Zoll mit 185/35er Nankang Reifen im Radkasten verschwinden. In Sachen Fahrwerk ist zwar kein Hexenwerk verbaut, dafür aber eine spezielle Individuallösung von HP Drivetech. Kenner werden es schon beim Anblick der Bilder erahnen, so eine „Bauchlandung“ geht nur mit einem Airride-Fahrwerk. Die dazu nötige Hardware nebst Kompressor und Verdrahtung sitzt in der Ersatzradmulde im Kofferraum.

Krasser Tiefgang, aber die Karosserie im Originalzustand

Die Karosserie befindet sich laut Stefan im Originalzustand. Selbst der weiße Lack ist original und wurde im Baujahr des Wagens, also 1974, erstmalig aufgetragen. So unangetastet ging es bei den übrigen Fahrwerkskomponenten nicht zu. Die Umsetzung der totalen Tieferlegung war alles andere als ein Zuckerschlecken und erforderte ein Umschweißen der Querlenker. Der Unterboden des Fahrzeugs wurde gesäubert, von betagter Schutzmasse befreit und bekam einen neuen Unterbodenschutz verpasst, Achsenteile und Tank wurden sandgestrahlt, bevor sie einen neuen, schwarzen Anstrich erhielten. Damit keine Karosseriekante angelegt werden musste, ließ Stefan die Felgen an der Hinterachse um zwei Millimeter abdrehen.

Auf „Willhaben.at“ sagte Stefan „den will ich haben!“

Zu seinem K 70 kam Stefan übrigens völlig unverhofft. Beim Suchen auf der österreichischen Kleinanzeigenplattform „Willhaben.at“ nach gebrauchten Autos der Marke VW tauchte plötzlich der weiße K 70 in den Suchergebnissen auf: Erstbesitz, Top-Zustand und gerademal 45.000 Kilometer auf der Uhr - Stefan rieb sich verwundert sie Augen! Der Besitzer hatte das Fahrzeug von einem Bekannten geerbt und wollte es nur weiterverkaufen. Noch am selben Tag vereinbarte er eine Probefahrt und kaufte das gute Stück.

Traumhafte Kombi: Weiße Lackierung und rote Innenausstattung

Mit der roten Innenausstattung in top Zustand vollauf zufrieden, sah Stefan keinerlei Veranlassung, hier Hand anzulegen. Glücklicherweise hatte man in den 70ern auch schon ein Faible für extravagante Farben im Interieur. Heutzutage nennt sich so etwas „Individual“ und muss teuer bezahlt werden. Ein wenig Individualität bekam der K 70 noch in Sachen Auspuff spendiert. Damit der 1,6-Liter-Vierzylinder mit 75 PS auch schön kernig ausatmet, baute Stefan eigens eine entsprechende Anlage für mehr Sound.

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