Nachruf zum verstorbenen Amerikaner Darell Vittone von EMPI

Ende April 2020 verstarb der Amerikaner Darell Vittone, Sohn des bekannten EMPI Gründers Joe Vittone, der das Hobby und die Leidenschaft seines Vaters für Tuning und Drag Racing teilte. Als Drag-Racer war Darrell Vittone schon seit einigen Jahren regelmäßig Gast beim European Bug In-Event im belgischen Chimay, bei dem traditionell Rennen über die ¼ Meile gefahren werden. Schon bald hatte er dort eine große Fangemeinde, die ihm zujubelte, wenn er auf dem alten Race Track von Chimay zum Duell antrat und mit seinem EMPI-Dragster Inch Pincher heiße Gummispuren in den Asphalt brannte.

 

Wie alles begann

Rückblick: Schon im Alter von zehn Jahren wurde Darrell Vittone vom VW-Fieber gepackt, als sein Vater 1954 einen glänzenden, nagelneuen Käfer mit nach Hause brachte. Im selben Jahr erhielt sein Dad eine Verkaufskonzession für VW und Porsche und startete mit der Firma Economotors in Riverside, Kalifornien. Die Firma wuchs schnell zu einem profitablen Unternehmen an. Sie entwickelte und produzierte Ersatzteile sowie neue Bauteile für den anfälligen VW-Boxermotor.

 

Gründung der legendären VW-Zubehör- und Tuning-Firma EMPI

 

Joe Vittone hatte bald die Probleme des Volkswagen-Zylinderkopfes erkannt. Die Ventilführungen verschlissen sehr schnell, und es gab  keine von Volkswagen zugelassenen Reparaturteile. VW riet den Händlern sogar, die Zylinderköpfe einfach wegzuwerfen und neue einzubauen. Joe konstruierte eigene Ventil-Führungen, die sich im Gegensatz zu den originalen VW-Führungen als äußerst standfest erwiesen. Damit konnten alte oder abgenutzte Zylinderköpfe repariert und mussten nicht wie vorher weggeworfen werden. Diese Ventilführungen wurden sehr beliebt und sparten den Volkswagen-Besitzern viele tausend Dollar. Um sie besser verkaufen zu können, entschloss sich Joe zwei später Jahre dazu, die legendäre VW-Zubehör- und Tuningfirma European Motor Parts Inc, kurz EMPI zu gründen.

 

EMPI und die Okrasa-Kits von Oettinger

Als junger Mann stieg sein Sohn Darrell bei EMPI als Angestellter mit ein. Zu Darells ersten Aufgaben bei EMPI gehörte das Verpacken von „Okrasa“-Kits. Der Name Okrasa, die Abkürzung für „Oettingers kraftfahrttechnische Spezialanstalt, stammt übrigens vom „Vater aller Tuner“, vom gewieften deutschen Diplomingenieur Gerhard Oettinger, der damals leistungssteigernd mit seinen speziellen Zylinderköpfen und Doppelvergaser den luftgekühlten VW-Motor auf 36 PS und besseren Durchzug brachte. Es dauerte nicht lange, und zahlreiche Käfer-Besitzer in den USA wollten sich unbedingt diese Leistungsspritze gönnen.

 

Darell Vittone und sein berühmter EMPI-Dragster „Inch Pincher“

 

In seiner Freizeit widmete sich Darell dem Tuning seines 56er Bugs, mit dem er auf den örtlichen Drag Strips bis 1963 gegen Konkurrenten antrat. Schnell fand er raus, dass diverse Motorbauteile, die den Bug eigentlich schneller machen sollten, nicht immer das gewünschte Ergebnis brachten. Doch mit der Anschaffung eines Motorprüfstandes bei EMPI hatte das Rätselraten ein Ende. Alsbald entwickelte Darell zu Dyno-Tests so etwas wie eine Liebesbeziehung.

Er baute den Motor seines Bugs immer wieder aus, um an den Wochenenden Tests auf dem Prüfstand durchzuführen, und baute ihn danach wieder ein, damit er während der Woche weitere Änderungen daran vornehmen konnte. Diese Raus-und-Rein-Prozedur zog sich über mehrere Monate hin. Schließlich war sein Auto so modifiziert, dass es nicht mehr straßenfähig war und das später als EMPI-Drag-Limousine „Inch Pincher“ weltberühmt werden sollte.

1971 verließ Darell EMPI und leitete eine kleine Tuningfirma namens „The Raceshop“. Später gründete er die Firma Techtonics. Im selben Jahr stieg auch sein Vater aus dem Geschäft aus und verkaufte EMPI an eine Investorfirma in Boston. Ein fataler Fehler, wie sich herausstellte sollte, denn die Aktien, mit denen er ausbezahlt worden war, erwiesen sich als wertlos, Joe Vittone ging leer aus. Heute ist Daniel Welden Inhaber und Präsident der Firma EMPI, die er im März 2018 übernahm und die seitdem ihren Sitz in Los Angeles hat. (Foto Darell Vittone von Kenneth Photography).

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