Knapp am Aus vorbei: Zweite Chance für einen 1987er VW Golf 2 GTI

Von durchkreuzten Plänen und leichten Tuningmaßnahmen, die ausufern und in jahrelangen Projekten enden, davon kann so mancher Autotuner ein Lied singen. Meist beginnend mit „Der bleibt Serie, da kommen nur andere Felgen drauf“, dauert es nicht lange, und dieser bescheidene Vorsatz wird über den Haufen geworfen. Spätestens beim Beginn der nächsten Treffen-Saison der Tuningszene taucht der Wagen tief am Boden, mit super exklusiven Rädern, Neulackierung und einem Motorumbau auf. Eine ähnliche Geschichte kann Rene Sauer aus Vreden erzählen. nur in seinem Fall war es kein Neuwagen, sondern eher ein Fall für den Resteverwerter, mit dem alles anfing.

Fahrbereiter VW Golf 2 GTI vor der Schrottpresse gerettet

 „Ich war auf der Suche nach einem Teilespender für meinen VW Golf 2 GTI Edition One“, erinnert sich der 32-jährige Mitbegründer von „Dubs & Friends“, „zufällig baute ein Bekannter mit seinem Zweier GTI an Heiligabend einen Unfall und da hab ich zugeschlagen!“ Als Renes Freunde von seinen Plänen Wind bekamen, den demolierten GTI zu sezieren und den unnützen Rest der Schrottpresse zuzuführen, hagelte es harsche Kritik. „Bist Du bekloppt? Das kannst Du doch nicht machen!“ waren dabei noch die harmloseren Argumente gegen die Ausschlachtung. Derart „überzeugt“ gab es für Rene nur eine Alternative: Den GTI wieder aufbauen.

Die Klassik-Komponente: BBS E50 Rennsportfelgen

In stundenlanger Kleinarbeit und mit tatkräftiger Unterstützung aus dem Freundeskreis bekam der Golf seine ursprüngliche Form zurück. Große Veränderungen standen nicht zur Diskussion, denn Rene wollte den GTI möglichst in originaler und dezenter Optik restauriert sehn. Der Blickfang sollten die Felgen werden, für die Platz in den Radhäusern und an den Radläufen geschaffen wurde: Seit Rene die BBS-Rennsportfelgen im Retrolook vom Typ E50 am Einser Golf seines Freundes Dirk gesehen hatte, kam er nicht mehr aus dem Schwärmen heraus, und so wurde nach dem Besuch der Felgen-Poliererei Gescher dann der Entschluss gefasst.

Tiefer dank TA Technix Gewindefahrwerk

Nach der Veredelung der Schmuckstücke standen vier Kronjuwelen in der Garage: 7 und 7,5 x 17 Zoll groß, mit einer großzügigen Einpresstiefe von ca. 65 mm und mit 185/35er Nankang-Reifen bestückt, sollten sie fortan die Achsen des Zweier GTI zieren. Zuvor bekam der Golf ein Gewindefahrwerk von TA-Technix eingebaut, um die Bodenfreiheit effektiv zu reduzieren. Den genauen Tiefgang kann Rene nicht beziffern, zumindest ist an der Vorderachse kein Restgewinde mehr vorhanden, was in der Szene ja gern als Maßstab genommen wird.

Handwerkliche Herausforderung: Der Umbau auf dunkle US-Rückleuchten

Etwas fummelig gestaltete sich der Umbau der Heckleuchten. Als Basis dienten original US-Teile mit gelbem Blinkerglas. Dieses und die weißen Abdeckungen des Rückfahrlichts wurden in mühevoller Kleinarbeit entfernt und durch abgedunkelte Originalgläser ersetzt. Fällt nur Kennern auf, ist aber ein interessantes Detail, weil Insider wissen, wieviel Arbeit dahinter steckt.

Neben einer zweiten Chance gab´s auch ein Pirelli-Lenkrad

Den Innenraum verzierte Rene mit einem originalen Lenkrad aus einem Pirelli-GTI, das zuvor einen Lederüberzug mit roten Ziernähten erhielt. Nach erfolgter Restauration erfolgte eine komplette Neulackierung im Farbton bei der Auslieferung, nämlich in Oakgreen Metallic. Unter der Haube schlägt übrigens der original GTI-Motor mit 1,8 Liter Hubraum und 107 PS. Natürlich komplett zerlegt und teils generalüberholt sowie mit Fächerkrümmer versehen, aber sonst befindet sich der Vierzylinder im Serienzustand. Der hat inzwischen weit über 130.000 Kilometer auf der Uhr und der GTI, mit der Chance auf ein zweites Leben, dankt es Rene mit hoher Zuverlässigkeit und jeder Menge Fahrspaß.

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