Kantiger Schick: 1976er VW Passat Variant in Miamiblau mit Ronal Racing-Felgen

Früher war alles besser, so erzählen es uns die älteren Generationen jedenfalls gerne. Es gab die D-Mark, es gab „Made in Germany“ als Gütesiegel und man starrte nicht unentwegt auf sein Smartphone und checkte E-Mails, sondern unterhielt sich auf Partys sogar miteinander.

Manch einer wünscht sich die „gute alte Zeit“ auch beim Auto zurück, Ach wie schön das damals war, ohne Partikelfilter beim Diesel. Rußend  ohne grünen Plakettenzwang für Umweltzonen. Und die Technik und Elektronik war viel weniger anfällig für Störungen, es gab ja kaum Steuergeräte und Sensoren in den Autos.

Was für eine grandiose Rundumsicht

Ein weiterer Aspekt, den wir glatt unterschreiben würden, ist die Übersichtlichkeit. Dank dicker A-, B- und C-Säulen und eingeschränkter Rundumsicht muss man heutzutage beim Abbiegen doppelt so aufmerksam sein, ob sich nicht doch ein Fußgänger oder Radfahrer dahinter versteckt. Damals war das anders. Die Säulen waren nur ein Viertel so dick und Kopfairbags noch ein Fremdwort.

Das Miamiblau steht dem Passat prima

So auch beim VW Passat von Alexander Ellsässer. Der 39-Jährige betreibt eine Kfz-Werkstatt in Heilbronn und hat vor einigen Jahren sein Hobby zum Beruf gemacht. Den miamiblauen 1976er VW Passat Variant der ersten Stunde hatte Alexander vor vielen Jahren aus Südfrankreich nach Deutschland gebracht. „Rostfrei, aber mit Kratzern und Beulen“, berichtet er. „Tja, damals war das ein echter Lastenesel“, sagt er und legt zum Beweis die Rücksitzbank um. Laderaum ohne Ende, praktisch und nahezu endlos. Da kann sich so mancher „Lifestyle“-Laster von heute eine Scheibe abschneiden.

Flach, lang und kantig: So wirkt der Passat extralang

Der Passat wurde behutsam restauriert, wieder aufgebaut und auch schön flachgelegt. Die kantige Karosserie mit den vielen Winkeln so tief auf dem Asphalt kauern zu sehen, ist schon beeindruckend. Vor allem gab es für diesen Typ nichts von der Stange. Das schraubbare Setup ist eine Sonderanfertigung seiner Firma und sorgt für eine um gut 120 Millimeter reduzierte Bodenfreiheit.

Wunderschöne Ronal-Felgen in 16 Zoll 

An den Achsen drehen sich dreiteilige Ronal Racing Alus in 6 x 16 ET35. Die Spurverbreiterungen (vorne 15 und hinten 30 mm) sind so angefertigt, dass deren Mitte gleichzeitig als Nabenabdeckung für die Felgen dienen. Schön flache 165/40er Nankang Reifen dienen als Haftvermittler für die Straße.

Die Karosserie wurde an den Radläufen ein kleines bisschen bearbeitet und bekam 2002 eine Neulackierung im originalen VW-Farbton „Miamiblau“. Kaum zu glauben, dass die Farbpaletten in den späten Siebzigern schon so mutig waren.

Abschließend brauchte Alexander noch eine „frische“ Maschine für den Passat und baute kurzerhand ein Triebwerk aus einem Golf 1 GTI ein. Mit seinen 112 PS war jetzt der VW Passat für lange Ausfahrten gestärkt genug. Die erste davon führte mit direkt 700 Kilometer an den Wörthersee. Da kam er wohlbehalten an, ohne Panne, ohne Probleme. Dafür etwas verschwitzt, da der Passat keine Klimaanlage besitzt. War früher wirklich alles besser?

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