Italienisches Design auf Käfer-Basis: Der Karmann Ghia feiert seinen 65. Geburtstag

Volkswagen Classic eröffnete die diesjährige Oldtimer-Saison auf der 18. Bremen Classic Motorshow mit einem Highlight. Gefeiert wurde das 65. Jubiläum des Volkswagens Karmann Ghia Typ 14 Coupé, repräsentiert vom zuletzt gebauten Fahrzeug dieses Typs, das damals Sportlichkeit und italienische Eleganz mit solider Käfertechnik vereinte und ein Symbol des deutschen Wirtschaftswunders darstellt.

Turiner Design auf Käfer-Basis

Anfang der 1950er Jahre träumte Wilhelm Karmann, Chef der Osnabrücker Karosserieschmiede, von einem offenen Spyder auf Basis des VW Käfer. Im Frühjahr 1953 beauftragte er seinen Freund Luigi Segre, Inhaber der Carrozzeria Ghia in Turin, einen offenen Sportwagen zu entwerfen. Im Oktober konnte Karmann das Ergebnis in einer Garage bei Paris besichtigen und war begeistert, obwohl ihm ein geschlossenes Coupé gezeigt wurde. Der elegant anmutende Prototyp überzeugte auch den damaligen Volkswagen Generaldirektor Heinrich Nordhoff. Es dauerte nicht lange, und die Serienentwicklung eines 2+2-sitzigen Coupés war beschlossene Sache.

Wilhelm Karmann setzte auf die zuverlässige Technik des VW Käfer und paarte sie mit der sportlich eleganten Karosserie aus Italien. Der vordere Sitzraum wurde vergrößert und eine Höchstgeschwindigkeit von 116 km/h versprach Fahrfreude mit dem Coupé. Nach nur geringfügigen Änderungen an der Karosserie, wobei die Front auch ihre charakteristischen Lufteinlässe bekam, wurde das fertig entwickelte Coupé am 14. Juli 1955 im Casino-Hotel in Georgsmarienhütte der Presse vorgestellt. Das neue, elegant gezeichnete Karmann Ghia Coupé (Typ 14) auf Basis des Volkswagen Typ 1 begeisterte dort auf Anhieb, genauso wie bei der offiziellen Marktpremiere auf der IAA im September 1955. Die Produktion des Coupés lief bereits im August 1955 an und der neue Volkswagen Karmann Ghia, der bei Frauen wie Männern weltweit großen Anklang fand, sollte in den darauf folgenden Jahren eine phänomenale Erfolgsgeschichte schreiben.

November 1957: Karmanns Traum von einem Cabrio wird endlich wahr

Zwei Jahre später rollte dann ab November 1957 auch das Volkswagen Karmann Ghia Typ 14 Cabriolet vom Band. „Der Traumwagen für verwöhnte Automobilisten, die schnelles sportliches Fahren auch mit offenem Verdeck lieben“, lockte der Verkaufsprospekt von 1958. Das Verdeck setzte Maßstäbe bei der Verarbeitung und den eingesetzten Materialien. Zudem überzeugte es mit geringen Geräuschen beim Fahren.

Produktionsende nach fast zwei Jahrzehnten

Nach 19 erfolgreichen Jahren, in denen 362.601 Coupés sowie 80.881 offene Karmann Ghia Typ 14 vom Band liefen, endete 1974 die Produktion des eleganten Modells aus Osnabrück, denn bei Volkswagen brach fahrzeugtechnisch eine völlig neue Ära an: Die zukünftigen Fahrzeugmodelle der Wolfsburger verfügten nun über Frontmotor, Frontantrieb und Wasserkühlung, wie auch der sportliche Scirocco, der schon als Nachfolger des Karmann Ghia in den Startlöchern bereit stand.

Premiere in Bremen

Der letzte Volkswagen Karmann Ghia mit 1.584 ccm, 50 PS und in Phönixrot lackiert, wurde am 31. Juli 1974 gefertigt. Bisher war dieses Fahrzeug nur in der werkseigenen Automobilsammlung Volkswagen Osnabrück zu besichtigen. Auf der Bremen Classic Motorshow 2020 vom 31. Januar bis 2. Februar machte Volkswagen Classic den Letzten seiner Art nun zum ersten Mal auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.(Fotos: Volkswagen)

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