Happy Birthday, K70! – der erste moderne Volkswagen vor 50 Jahren

Angefangen vom Käfer, über den Bus, den 411 und vielen weiteren Modellen setzte Volkswagen erfolgreich über Jahrzehnte hinweg auf luftgekühlte Motoren im Heck und einen Heckantrieb. Keine Frage, diese Kombination hatte auf jeden Fall enorme Vorteile, aber schon Anfang 1970 war klar, dass technisch ein völlig neuer Konstruktionsansatz notwendig war, um bei zukünftigen Modellen mehr Variationsmöglichkeiten zu haben. So stellten im Oktober desselben Jahres die Wolfsburger den VW K70 vor, das Modell, dessen neue, innovative Fahrzeugbauweise – wassergekühlter Frontmotor und Vorderradantrieb – eine völlig neue Ära bei Volkswagen einläutete und in den kommenden Jahrzehnten für den kompletten VW-Konzern richtungsweisend werden sollte.

Obwohl als Volkswagen gebrandet, war der K70 keine hauseigene Entwicklung, sondern stammt komplett bis ins letzte Detail von NSU, das Kürzel für die Stadt Neckarsulm. Durch die Übernahme der NSU-Motorenwerke im Jahr 1969 durch die Volkswagen-Tochter Audi war der fix und fertig entwickelte K70 für die Wolfsburger quasi ein Geschenk, für dessen Produktion eigens ein VW-Werk in Salzgitter aufgebaut wurde. Das Design stammt übrigens vom erfolgreichen Designer und Konstrukteur Claus Luthe, der den NSU Prinz, den legendären NSU Ro 80, Modelle für Fiat und zuletzt für BMW die Erfolgsmodelle der 7er-, 5er- und 3er-Serie entwarf.

Schon vor dem Produktionsbeginn des K70 experimentierten NSU sowie andere Automobilhersteller mit verschiedenen Motortypen und -konstruktionen, um die beste Kombination aus Leistung und Effizienz zu erreichen. Darunter war auch der Rotations- oder als „Wankel“ bekannte Motor, dessen Name von seinem Erfinder Felix Wankel stammt. Er fand unter anderem im seinerzeit sehr modernen und schließlich legendären NSU Ro 80 Anwendung, der damals mit 115 PS (85 kW) über eine bemerkenswerte Leistung und innovative Technik verfügte.

Der VW K70 hingegen bekam letztendlich einen damals zwar angemessenen 1,8-Liter-Motor, aber nicht gerade sportliches 70-PS-Aggregat unter die Haube implantiert. Aber der Newcomer bot neben einem frischen, wenn auch gewöhnungsdürftiges Design, eine gut abgestimmte Einzelradaufhängung, einen für damalige Verhältnisse großzügigen Innenraum und respektables Ladevolumen. Ein weiteres Hauptaugenmerk galt beim K70 der passiven und aktiven Sicherheit. Features wie eine verstärkte Fahrgastzelle, Knautschzonen vorne und hinten, ein Kraftstofftank hinten im geschützten Bereich und die serienmäßige Vorbereitung für Sicherheitsgurte auf allen Sitzen setzten neue Maßstäbe.

Der K70 wurde als „Ein neuer Volkswagen, anders als alle anderen bisher gebauten" angekündigt. Und obwohl er technisch zweifelsohne bahnbrechend und optisch sehr modern war, wurde der K70 kein Verkaufsschlager, aber er legte den Grundstein für die Entwicklung des Golf und ist 50 Jahre später zu einem attraktiven Klassiker für Sammler gealtert. (Fotos: Volkswagen of America)

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