Echte Rarität: VW Golf 1 CitySTROMer - der Impulsgeber für die E-Auto-Entwicklung bei Volkswagen in den 70er Jahren

Aktuell steht ein spannendes Fundstück im Netz: Zum Verkauf steht ein VW Golf 1 CitySTROMer. Da es eins von nur 25 gebauten Exemplaren ist und Mitte der 70er Jahre für die Volkswagen-Forschung für alternative Pkw-Antriebe der entscheidende Impulsgeber war, könnte diese rein elektrisch angetriebene Rarität mit der Produktionsnummer 18 für Oldtimersammler höchst interessant sein, zumal der erst 1983 zugelassene E-Golf gerademal 41.697 Kilometer gelaufen ist und für 11.999 € VB angeboten wird.

Der Elektro-Golf I: Impulsgeber und Volkswagens erster Schritt in Richtung Elektromobiltät

Mit den ID.-Modellen will Volkswagen seine Flotte ab 2020 flächendeckend unter Strom setzen. Dabei reicht die Historie der VW e-Autos viel weiter zurück als man denkt, denn diesen Elektro-Golf I stellte VW bereits 1976 vor. Ein 20 kW / 27 PS leistender Gleichstrommotor wurde kurzerhand ans serienmäßige Vierganggetriebe angeflanscht und ersetzte den sonst üblichen 75-PS-Vierzylinderbenziner. Lediglich der Schriftzug „Ich fahre elektrisch“ verriet den CitySTROMer, der ansonsten seinen Modellgeschwistern zum Verwechseln ähnlich aussah.

Die Blei-Säure-Batterien, welche die nötige Energie liefern, wurden im Kofferraum verbaut. Auch über die Ladeinfrastruktur, ein bis heute viel diskutiertes Thema, machte man sich schon damals intensiv Gedanken. Eine Stunde Nachladen und Parken auf exklusiv für E-Autos reservierten Stellplätzen sollte 50 Pfennig kosten, und der Clou dabei war die Integration der Ladestationen direkt in Parkuhren.

Der elektrisch angetriebene Golf I blieb zunächst ein Unikat. 1981 gingen dann anfänglich zwanzig VW Golf I CitySTROMer zu Testzwecken an den Energieversorger RWE. Insgesamt wurden 25 Fahrzeuge als Kleinstserie gebaut. Der E-Golf besaß eine Reichweite von rund 60 Kilometern, mit Nachladung waren 100 Kilometer am Tag möglich. Dazu wurde der Elektro-Golf als Versuchsfahrzeug genutzt, um verschiedene Batteriekonfigurationen und Elektromotoren zu testen.

Der Golf avanciert zum Technik- und Hoffnungsträger

Auch in den folgenden Modellgenerationen blieb der Golf in Sachen E-Mobilität der Versuchs- und Technikträger Nummer eins für Volkswagen. Das zeigt unter anderem der 23 kW / 31 PS leistende und bis zu 100 km/h schnelle CitySTROMer von 1985 auf Golf II-Basis, von dem 70 Exemplare gefertigt wurden und ebenfalls zu Feldversuchen dienten. Sogar Renneinsätze beim „Grand Prix Formel E" absolvierte eine modifizierte Version des E-Autos erfolgreich.

Weitere Meilensteine folgten, so der 1993 gemeinsam mit Siemens entwickelte Golf III CitySTROMer, der erstmals mit Dreh- statt Gleichstrommotor bestückt wurde. Er war der erste Serien-Elektro-Pkw von Volkswagen, der in den freien Verkauf kam. Auf Stadtfahrten bei konstanten 50 km/h waren damit bereits Reichweiten von bis zu 90 Kilometern möglich – ein für den damaligen Stand der Technik beachtlicher Wert. Insbesondere angesichts der 300 Kilogramm Mehrgewicht der Blei-Gel-Batterieblöcke, deren Kapazität sich auf nunmehr 180 Ah erhöhte. Das Aufladen der Akkus auf 80 Prozent ihrer Kapazität dauert gerade einmal anderthalb Stunden.

Doch die Speichertechnik war zu dieser Zeit eine Nischenanwendung und entsprechend kostspielig: Mit einem Verkaufspreis von 49.500 D-Mark kostete der Golf III CitySTROMer mehr als doppelt so viel wie ein vergleichbar ausgestatteter Golf III mit Verbrennungsmotor (ab 19.975 D-Mark). Zwischen 1992 und 1996 wurden letztlich nur 120 Exemplare des Elektromodells ausgeliefert. Erst vier Jahre später sollte es dann in puncto Reichweite und Fahrleistungen mit einem wahren Quantensprung  weitergehen, den der Golf Blue-e-Motion, basierend auf der sechsten Golf-Generation, markierte und den Volkswagen 2010 auf dem Berliner E-Mobilitätsgipfel präsentierte. (Fotos: Volkswagen)

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