Die weiße Brise: Stürmisch gedopter VW Vento mit Sechszylinderherz

Wenn Christian Drechsel den Gasfuß „digital“ betätigt, tobt unter der Haube seines 1995 VW Vento ein regelrechter Orkan. Das war nicht immer so. Als der Wolfsburger mit der „Stufe“ vom Band lief, wehte dort mit dem 1,8 Liter Vierzylinder allenfalls ein laues Lüftchen.

Auf der Suche nach einer guten Basis für sein neues Umbauprojekt wurde der Servicetechniker aus Saalfeld während eines Montageaufenthaltes im fernen Stuttgart fündig. Da der candyweiße Vento ohnehin nicht im Orginalzustand bleiben würde, kam es weniger auf Details an, als auf die grundsolide Substanz.

Hubraumerweiterung: Statt vier Zylindern schlägt jetzt ein V6-Herz unter der Haube

Den 75-PS-Motor setzte Christian an die frische Luft. Um zügiges Vorankommen bemüht sich nun ein 3,2-Liter-Sechszylinder aus einem Audi TT (Kennbuchstabe BHE), der dank 250 PS mit dem „Rucksack-Golf“ leichtes Spiel hat. Zusammen mit Kumpel Stefan und weiteren Freunden wurde der V6 gründlich überholt, erhielt einen Milltek-Fächerkrümmer und einen Auspuff von Friedrich Motorsport. Mit VR6-Schwungscheibe, Sachs-Kupplung und VR6-Getriebe samt langem 5. Gang ging es schon ordentlich voran. Porsche- und Audi S3-Bremsen zögern im Ernstfall nicht mit satter Verzögerung.

Dicke Räder und pralle Porsche-Bremsen

Um auch bei Geschwindigkeiten jenseits der 200 satte und sichere Straßenlage genießen zu können, verbaute Christian ein KW-Gewindefahrwerk in der Variante 2. An den Achsen hängen zudem Cargraphic-Felgen in 8x18 Zoll. H&R Adapter vermitteln den Lochkreis der Porsche-Rundlinge von 5x130 auf die VW-typischen 5x100 Millimeter. Bei den Reifen setzt der Stufenheck-Fan auf 195/35er Achilles-Gummis. Karosserieseitig fielen die Radlaufkanten den gestiegenen Platzanforderungen zum Opfer. Es gab ein wenig Kosmetik an der Außenhaut, schwarze Scheinwerfer sowie Außenspiegel vom Golf 4 Cabrio für cleanere Optik. Und weil´s so schön war, befreite man das V6-Herz von allem unnötigen Ballast, indem das Motorabteil nachträglich „aufgeräumt“ wurde.

Sicher Sitzen dank Recaro

Weder technisch noch optisch passten die „Serien-Hocker“ zur neuen Marschrichtung des V6-Orkans. Damit es Christian und seine Beifahrerin nicht aus den Stühlen pustet, installierte der VW-Fan Recaro A8-Sitze und ließ die Teile rückseitig lackieren. Der Wiechers-Überrollbügel glänzt mit geglätteten Schweißnähten, während Leder auf der Rückbank und den Türverkleidungen ein wenig edles Ambiente ins Interieur zaubert.

Nach nunmehr vier Jahren Umbauzeit hat sich Christian immer noch nicht sattgeschraubt. Der Wagen soll weiter „verfeinert“ werden, wie er selbst zu Protokoll gibt. Und wer weiß, vielleicht wird aus der weißen Brise ja demnächst noch ein Turbo-Tsunami.

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