SO wie Sonderausführung: 1962 VW Bus T1 Westfalia Camper

Im Jahr 1949 feierte der Volkswagen Transporter auf dem Genfer Automobilsalon sein Debüt. Vierundsechzig Jahre später, als die Produktion in Brasilien im Dezember 2013 endete, waren vom VW Transporter mehr als neun Millionen Exemplare gebaut worden. Bis dahin kamen verschiedene Antriebsvarianten zum Einsatz. Bis zur dritten Generation, dem Bus T3, gebaut von 1979 bis1992, besaß der Wagen anfänglich einen luftgekühlten Heckmotor und Heckantrieb. Ab 1982 wechselte die Luft- auf Wasserkühlung, und 1990 kam der völlig neu konstruierte VW Bus T4 mit Frontmotor und Frontantrieb auf dem Markt.  

Der Transporter der ersten Generation, auch „Split-Window genannt, erhielt seinen Namen aufgrund seiner zweiteiligen Windschutzscheibe. Er wurde von 1950 bis 1967 produziert und 1952 erstmals in den USA verkauft. Das ursprüngliche Aggregat mit 1.131 Kubikzentimeter Hubraum und 25 PS wurde 1953 auf 1.192 Kubikzentimeter vergrößert und 1959 auf 1.285 Kubikzentimeter und eine Leistung von 40 PS gesteigert. Ab 1959 kam ein vollsynchronisiertes Getriebe zum Einsatz, und im Jahr 1962 wurde der 1-millionste Transporter verkauft.

Die bekanntesten Modelle des Typs 2 sind der Kombi und der Samba, aber es gibt auch eine schwindelerregende Auswahl an gewerblichen Varianten. Volkswagen „BusseV dienten als Krankenwagen, Polizeiautos, Leichenwagen, Kranwagen, Feuerwehrautos, Wohnmobile und sogar als Schnellzugwagen für die Eisenbahn. Türen konnten auf einer oder beiden Seiten bestellt werden, wobei der Kastenwagen bis zu neun Türen hatte, um das Be- und Entladen in engen Straßen zu ermöglichen. Der Volkswagen Pickup kam 1952 auf den Markt, und ab 1953 erschien der erste serienmäßige VW Bus mit Doppelkabine und kürzerer Pritsche.

Der Volkswagen Microbus, der 1961 auf den Markt kam, war eines der ersten Fahrzeuge, das ab Werk als Wohnmobil angeboten wurde. Die Westfalia-Werke bauten den Microbus zu einem Wohnmobil um, das unter deren Firmennamen „Westfalia bekannt und als „das handlichste, hübscheste motorisierte Haus, das man sich wünschen kann beworben wurde. Es war mit zwei gepolsterten Sitzbänken ausstaffiert, die sich in ein Bett verwandeln ließen und hatte einen Vordersitz, auf dem Kinder schlafen konnten, einen Kleiderschrank, dazu Stauraum und war mit einem speziell entworfenen Zelt zur Vergrößerung des Wohnbereichs ausgestattet.

Der Westfalia, bekannt unter dem Kürzel „SO“ (Sonderausführung), machte den Microbus zu einem perfekten Fahrzeug für Camping sowie längere Reisen. Bis zum Jahr 1965 waren zwei Modelle erhältlich, der SO-34 und der SO-35. Der SO-34 hatte eine laminierte, weiße Innenausstattung, während der SO-35 mit Holz ausgestattet war.
Bei dem hier vorgestellten Westfalia Camper handelt es sich um einen SO-35, der mit Innenverkleidungen und Schränken aus Birkensperrholz, einem laminierten Klapptisch und hell karierten Segeltuchsitzen mit dazu passenden gelben Vorhängen ausgestattet ist. Zum Camper gehören außerdem eine Kinderhängematte und eine werkseitig montierte Markise. Der Bus ist mit sämtlichen Westfalia Camper-Optionen ausgestattet, einschließlich eines Daches mit Luke für die Sternenbeobachtung, zu öffnende vordere „Safari-Fenster' für eine kühlende Belüftung des Innenraumes und einem Gepäckträger zum Verstauen von Extragepäck.

Das Wichtigste ist jedoch, dass dieser 1962er Westfalia Camper von dem Markenspezialisten Doug Denlinger im Auftrag des Besitzers des Microcar Museums, Bruce Weiner, für sein Museum ohne Kostenaufwand restauriert wurde. Gemäß den Standards von Weiner sind die Karosserieteile perfekt gerade und die Holzverkleidung sieht wie neu aus. Der Camper verfügt über ein Viergang-Schaltgetriebe, ein Blaupunkt-Werksradio, einen originalen Gepäckträger, ein Schiebedach, karierte Rücksitze, dazu Holzschränke und einen Tisch, ein optionales Zelt, und viel Stauraum. Die zweifarbige Lackierung in Blau-Weiß und Türkis ist nahezu makellos, und der Bus wurde seit seiner Restaurierung lediglich 2.534 Meilen gefahren.

Ganz im Sinne der Tradition wäre dieser Bus perfekt für Campingreisen quer durchs Land, oder auch für ein Museum oder eine Sammlung geeignet. Welchen Zweck der Käufer, der diesen Westfalia Camper im Januar 2015 bei der Versteigerung von RM Sotheby´s in Phoenix, Arizona, für 110.000 US-Dollar gekauft hat im Sinn hatte, wissen wir nicht. Aber insgeheim hoffen wir, dass er vom heutigen Besitzer so genutzt wird, wie es ursprünglich gedacht war.(Photos: RM Sotheby´s)

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