Der Witwenmacher: 1988 Porsche 911 Turbo "Flachnase" Cabriolet

Die Luftreinhaltepolitik in den USA sah im Jahr 1970 mit dem Clean Air Act (CAA) eine Reduktion der Emissionen von Neufahrzeugen um 90% bis Mitte der 70er Jahre vor. Nachdem man Porsche daraufhin mitteilte, dass nach 1979 die turbogeladene Version des 911 Typ 930 nicht mehr in die Vereinigten Staaten eingeführt werden darf, weil sie die strengen neuen Emissionsvorschriften nicht erfüllen konnte, wurde die Produktion runtergefahren und fast eingestellt. Nach einer sechsjährigen Unterbrechung und der Entwicklung eines neuen elektronischen Motormanagementsystems zur Kontrolle der Abgasemissionen brachte Porsche den 911 Turbo 930 wieder auf den US-Markt.

Zur gleichen Zeit baten einige gut betuchte Kunden die Zuffenhausener, im Rahmen des sogenannten Sonderwunsch-Programms, das heute Porsche Exclusive Manufaktur heißt, eine straßenzugelassene Version des brillanten Gruppe-5-Rennwagens 935 zu bauen. Dieser verfügte über eine flache, aerodynamische Nase mit versenkbaren Scheinwerfern, verbreiterte und mit Luftschlitzen versehene vordere Kotflügel sowie eine muskulösere Heckpartie mit Lufteinlässe. Des Weiteren war der 935 mit verlängerten und kastenförmigen Schwellern, einem zusätzlichen Ölkühler und einem großen Heckspoiler ausstaffiert, der einen Ladeluftkühler auf dem Motordeckel beherbergte.

Die Porsche Turbo 930-Straßenversion wurde nicht gerade ein Auto für den normalen Durchschnittsfahrer. Ohne elektronische Fahrassistenten an Bord brachten der bei höheren Drehzahlen rabiat einsetzende Turbolader und dazu der mächtige 330-PS-Leistungsschub so manchen Fahrer ins Grab und dem 930 den Spitznamen "Witwenmacher" ein.

Im Jahr 1986 kehrte der 911 Turbo 930 auf den US-Markt zurück, und Porsche formalisierte im folgenden Jahr das "Slant Nose"-Design mit der Optionsnummer 505, auch bekannt als 930S, für die USA - und als Option 506 für den "Rest der Welt', wie Porsche sie nannte. Dieser Optionscode konnte für einen Aufpreis von 23.244 US-Dollar bestellt werden.

Das hier gezeigte "Flat-Nose" 911 Turbo Cabriolet hat einen nummerngleichen Motor und wies zum Zeitpunkt der Katalogisierung bei RM Sotheby´s für den geplanten Verkauf in Monterey im August 2021 nur 3.501 Meilen auf dem Kilometerzähler auf, was es zu einem hervorragenden Exemplar der so seltenen und äußerst begehrten 930-Variante macht. Ein beiliegendes Porsche-Echtheitszertifikat belegt, dass die Produktion am 15. Juni 1988 abgeschlossen wurde und der Wagen das Werk in der Farbe Guards Red mit schwarzer Lederausstattung verließ. Die Fuchs-Räder sind farblich auf die atemberaubende Außenlackierung abgestimmt. Neben der "Slant Nose"-Option, die auf dem Echtheitszertifikat vermerkt ist, wurde dieses 911 Turbo Cabriolet ab Werk mit einem elektrisch betriebenen Verdeck und einem Sperrdifferenzial, einem Blaupunkt-Radio mit Kassettenspieler sowie einer Alarmanlage ausgestattet.

Zusätzlich zum Porsche-Echtheitszertifikat werden eine Persenning, ein Werkshandbuch und Wartungsbücher in einem Kunststoffkoffer, ein Ersatzteil, ein Werkzeugsatz und ein Luftkompressor zum Aufpumpen der Reifen mitgeliefert.(Photos: Drew Shipley / RM Sotheby´s)

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