Der VW T3 – Innovationsträger der Volkswagen Transporter der 80er Jahre

1979 geht die dritte Generation des Volkswagen Transporter in Serie. Noch einmal bleibt Volkswagen Nutzfahrzeuge dem alten Konstruktionslayout „Frontlenker/Heckantrieb“ treu, was dem neuen T3, dem wohl eckigsten Bulli aller Zeiten, überhaupt nicht schadet, denn mit zahlreichen modernen Technologien transferiert VW das Konzept in die Gegenwart der 1980er Jahre. So bekommt der Transporter dank neuer Einzelradaufhängung, trotz einer Tonne Nutzlast, jetzt noch Pkw-ähnlichere Fahreigenschaften und dank einer neuen Zahnstangenlenkung sinkt sein Wendekreis auf nur 10,7 Meter. Zudem tragen die Absenkung des Fahrzeug-Schwerpunkts und das ausgewogene Achslastverhältnis von 50:50 zu einer wesentlichen Verbesserung der Fahrstabilität bei.
 
Zur Markteinführung leisten die luftgekühlten T3-Motoren aus 1,6 Liter Hubraum 37 kW / 50 PS und 51 kW / 70 PS aus 2,0 Liter Hubraum. Zwei Jahre nach der Premiere arbeitet ab 1981 erstmals ein wassergekühlter Dieselmotor mit 37 kW / 50 PS im Heck des Transporters. Nur ein Jahr später folgen eigens für den Bus neu entwickelte Boxer-Motoren mit Wasserkühlung. Sie entwickeln 44 kW / 60 PS und 57 kW / 78 PS. Später steigt deren Leistung auf bis zu 82 kW / 112 PS. Der 1.6 TD mit 51 kW / 70 PS debütiert 1985 als erster Turbodiesel in der T-Baureihe.
 
Bei 17 Zentimeter zusätzlicher Länge, aber unveränderter Höhe bietet die breitere Karosserie deutlich mehr Fahrgast- und Laderaum. Das einheitliche Flachmotor-Konzept optimiert das Stauvolumen über den Boxermotoren und die nutzbare Heckklappenöffnung vergrößert sich dadurch um 75 Prozent. Dank seiner idealen Raumausnutzung stellt der T3 eine hervorragende Basis für Reisemobile dar. Das erkennen viele damalige Start-ups, die heute etablierte Größen im Markt sind: Sie bauen den Kastenwagen zum Camper aus. Ein Hersteller entwickelt sogar ein Dach, das abmontiert und umgedreht als Boot eingesetzt werden kann. 1988 tritt Volkswagen mit einem eigenen Reisemobil im Markt an, das eine ähnlich praktikable Camping-Ausstattung mit einem vorteilhaften Preis vereint. Der neue T3 mit dem Namen „California“ wird sofort ein Bestseller, bereits nach einem Jahr sind 5.000 Exemplare verkauft. Sein Grundprinzip: Eine Klappsitzbank für zwei Personen im Fond, die sich zur Liegefläche umbauen lässt, plus eine schlanke Küchenzeile sowie Stauraum auf der linken Seite. Dies bildet bis heute die Blaupause für alle folgenden California-Modelle auf Basis des Bulli.
 
Auch seine Funktion als Personentransporter interpretiert der T3 völlig neu. 1981 bereichert Volkswagen das Programm um einen hochwertig ausgestatteten Bus, den Caravelle. Neben einer Innenausstattung mit feinem Velours ist es die Zweifarblackierung, die den neuen Edel-Bulli von anderen Transportern mit neun Sitzplätzen abhebt. Vom Charakter her erinnert der Caravelle erstmals eher an einen gut ausgestatteten Pkw als an ein Nutzfahrzeug. Mit dem Caravelle Carat folgt 1983 noch eine Steigerung: Wuchtigere Stoßfänger und ein Kühlergrill mit zwei eckigen Doppelscheinwerfern setzen ein optisches Statement. Im Fond gibt es vier Einzelsitze, von denen sich die vorderen drehen lassen. Ein Klapptisch auf der linken Fahrzeugseite rundet das Innenraumkonzept perfekt ab.
 
1985 präsentiert Volkswagen auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt als Studie erstmals das Raumkonzept des Multivan. Er schließt die Lücke zwischen Berufsalltag und Wochenende – die vielseitig einsetzbare Großraumlimousine ist geboren. Ein Jahr später geht der Multivan in Serie. Als dritter im Bunde von Caravelle und Kombi soll das neue Modell die Position des Allrounders einnehmen und als privat genutzter Pkw zudem die Lücke zu den leichten Camper schließen. So stehen im Lastenheft Anforderungen wie „Übernachtungsmöglichkeit, Vis-a-Vis Bestuhlung mit Tisch, Raum für voluminöse Fracht und Platz für Familie nebst Gepäck sowie Hobbygerät“. Und dem wird der neue Multivan in verschiedensten Versionen voll gerecht. Selbst mit Aufstelldach steht er zur Wahl. Aus dem Stand heraus entwickelt sich der multivariable Van zum Erfolgsmodell.
 
Auch auf technischer Seite bringt das Jahr 1985 zahlreiche Innovationen. Die Benzinmotoren erhalten einen Katalysator und der Dieselmotor einen Turbolader; der neue TD leistet 51 kW / 70 PS und damit 20 PS mehr als der Saugmotor. Vor allem aber ist die allradangetriebene syncro-Version mit einer Visco-Kupplung zur variablen Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse das Programm eine Bereicherung. Der technische Aufwand für die 4 x 4-Varianten ist enorm: Neben Höherlegung, größeren Rädern samt anderer Bremsen und einem als Kriechgang ausgelegten ersten Gang sind auch diverse Modifikationen und Veränderungen an der Karosserie notwendig.
 
Durch diese Vielzahl an Neuerungen symbolisiert der T3 den Übergang vom klassischen Bulli zum modernen Transporter. Als Ideenträger für richtungweisende Technologien wie Allradantrieb und Turbodiesel-Motoren legt er den Grundstein für den Erfolg der Generationen T4, T5 und T6. Sein einzigartiger Charakter begründet zugleich den Kult um den T3, der in der Klassikerszene längst heiß gehandelt wird, nicht zu vergessen, dass er nach wie vor zu den coolsten Reisemobilen aller Zeiten zählt.

 

 

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