Coldplay-Bassist und Porsche-Sammler: 911S und 356 Zagato von Guy Berryman

Nach fast 25 Jahren als Bassspieler in einer der populärsten und erfolgreichsten Rockbands aller Zeiten kennen Millionen von Menschen Guy Berryman als ein Viertel von Coldplay. Aber neben der Musik verfolgt Berryman noch andere Interessen und gilt heute als erfolgreicher Sammler und Restaurateur klassischer Sportwagen.

Tatsächlich hat seine Liebe zu Autos ihn schon sein ganzes Leben lang geprägt. Er wuchs in den 80er-Jahren in Schottland auf, wo das Design des stillgelegten Triumph TR3A seines Vaters ihm Einblick in die Gestaltungs- und Ingenieurskünste vergangener Zeiten gewährte. Der junge Berryman war oft hinter dem Lenkrad des TR anzutreffen, der ihn zwischen Spinnweben und Kartons mit mysteriösen Ersatzteilen in eine andere Welt entführte. Und so hatte er Blut geleckt.

 „Mein Interesse an Autos liegt in der Ingenieurskunst und den ihnen zugrundeliegenden Konzepten begründet“, erzählt er. „Alle Fahrzeuge in meiner Sammlung haben etwas Besonderes unter der Oberfläche. Ich bin überzeugter Vertreter des Leitsatzes „Form follows function“. Das gilt für mich in vielen verschiedenen Bereichen. Ob im Industriedesign, bei Kleidung oder Autos – wer dieses Mantra verfolgt, wird stets Reinheit erzielen.“

In Bezug auf Autos bevorzugt Berryman eindeutig die Vergangenheit, was eine Sammlung zahlreicher europäischer Raritäten aus der Mitte des 20. Jahrhunderts deutlich belegt. „Meiner Meinung nach war die Designsprache der 1950er- und 60er-Jahre von wunderschöner, skulpturaler Qualität, da damals noch per Hand gezeichnet wurde. Damals war das Fahrzeugdesign geprägt von Extravaganz, es hatte Seele und Schwung. Daraus wurden diese sehr reinen Formen geboren.“

Berryman tourt nun regelmäßig durch ganz Europa und besitzt nicht weniger als fünf klassische Porsche-Modelle, von denen jedes einzelne seine Leidenschaft für die reiche Geschichte und Ingenieurskunst der Marke unterstreicht.

Ein makellos restaurierter 911S von 1967 teilt sich eine Garage mit einem auf GT-Spezifikation umgebauten 914/6 und einem vollständig originalen Elfer von 1968, der einst Clay Grady gehörte. Gradys von der Schlacht gezeichneter 914 Rennwagen befindet sich ebenfalls in Berrymans Besitz, genau wie ein ausgesprochen seltener 356 Zagato, eines von neun neu aufgebauten Fahrzeugen, die auf Grundlage der Konstruktionszeichnungen des weitgehend unbekannten Rennwagens von 1958 gebaut wurden, von dem nur ein Exemplar hergestellt wurde.

„Das ist ein tolles Auto“, schwärmt Berryman. „Es ist leicht wie eine Feder und so offen. In diesem Auto hatte ich den bisher besten Roadtrip meines Lebens. Ich habe es zusammen mit meinem Freund Magne Furuholmen von A-ha aus Zagato in Mailand abgeholt und fuhr damit entlang der Seen nach Chamonix und durch die Alpen hinunter bis nach Nizza. Wir sind durch das scheußlichste Wetter gefahren, das man sich nur vorstellen kann. Es gewitterte, und die Sicht war auf diesen kurvenreichen Bergstraßen auf vielleicht vier Meter beschränkt. Fahrer mit modernen Wagen entschieden sich aufgrund der unsicheren Lage gegen eine Weiterfahrt, aber wir mussten zu einer bestimmten Zeit in Nizza ankommen, also fuhren wir in unseren neongelben Regenjacken und mit immer mehr Wasser im Wagen weiter. Jedes Mal, wenn wir abends im Hotel ankamen, mussten wir nach einem Eimer fragen, damit wir das Wasser aus dem Fahrzeug schöpfen konnten. Als ich zuhause ankam, nahm ich als allererstes einen Bohrer zur Hand und bohrte ein paar Löcher in die Bodenbleche.“

 „Ich glaube, dass die meisten Menschen ihre Autos nicht oft genug fahren“, meint er. „Und das ist schade, sowohl aus persönlicher als auch aus kultureller Sicht. Immer, wenn ich in einem klassischen Wagen unterwegs bin, sehe ich überall nur lächelnde Gesichter. Was diese Autos alles schon erlebt haben. Welche Geschichten sie erzählen können. Sie sind durch nichts zu ersetzen.“

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