Bußgelder, Fahrverbote und Punkte: Die wichtigsten Änderungen zur neuen StVO 2020

Die aktuelle Novelle 2020 zur Straßenverkehrsordnung hat neben fahrradfreundlichen Regelungen härtere Strafen für zu schnelles Fahren und für Rettungsgassen-Verstöße gebracht. Neben den Bußgeldern beim Verstoß gegen die neuen Regelungen lauern hier aber noch zusätzliche Strafen auf euch: Ein Monat Fahrverbot und ein Punkt in Flensburg! Damit ihr keine bösen Überraschungen erlebt, sind hier alle wichtigen Neuregelungen aufgeführt.

 

Die wichtigsten Änderungen der StVO im Überblick:

 

Eine der gravierendsten Veränderungen: Wer zu schnell mit dem Auto unterwegs ist, kassiert jetzt deutlich früher als bisher ein Fahrverbot. Geschwindigkeitsüberschreitungen werden nun innerorts bereits ab 21 km/h und außerorts schon ab 26 km/h mit einem Fahrverbot von einem Monat bestraft. Nach der neuen StVO ist eine Überschreitung bis 15 km/h innerorts noch ein geringfügiger Verstoß mit 50 Euro Strafe. Nun gelten bereits 21 km/h als grober Verkehrsverstoß, der ein einmonatiges Fahrverbot nach sich zieht.

 

Wer keine Rettungsgasse bildet, zahlt 200 Euro Bußgeld und kassiert zwei Punkte in Flensburg. Zudem gibt es auch noch einen Monat Fahrverbot. Deutlich härter werden Fahrer bestraft, die durch die Rettungsgasse fahren oder sich mit ihrem Wagen an Einsatzfahrzeuge hängen. Hier drohen mindestens 240 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot.

 

Ein Bußgeld von 55 Euro und bei Behinderung sogar 70 Euro plus einen Punkt in Flensburg werden fällig beim Halten in zweiter Reihe, Parken auf Geh- und Radwegen oder Halten auf Schutzstreifen für den Radverkehr.

 

Die bestehende Grünpfeilregelung wurde erweitert: Das Blechschild an Ampeln gilt nun auch für Fahrradfahrer, wenn sie von einem Radfahrstreifen oder Radweg aus nach rechts abbiegen wollen. Zusätzlich ist ein eigenes Grünpfeilschild nur für Radler geplant.

 

Analog zu Tempo-30-Zonen können die Kommunen Fahrradzonen einrichten. Hier sind nur Radfahrer erlaubt, außer ein Zusatzschild gibt die Zone auch für andere Verkehrsteilnehmer frei. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 30 km/h.

 

Kraftfahrzeuge müssen beim Überholen auf der Fahrbahn jetzt einen Mindestabstand zu Radfahrern, Fußgängern und E-Scootern halten. Außerorts sind das mindestens zwei Meter, innerorts 1,5 Meter. Bisher war in der StVO lediglich ein "ausreichender Seitenabstand" vorgeschrieben. Zudem dürfen Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zum Schutz der Zweiradfahrer innerorts beim Rechtsabbiegen nur Schrittgeschwindigkeit fahren. Dies gilt nicht nur für Lkw und Busse, sondern auch wer sich ein entsprechendes Fahrzeug für einen Umzug ausleiht, muss diese Vorschrift beachten.

 

Unberechtigtes Parken auf Elektro-Stellplätzen zieht ein Verwarnungsgeld von 55 Euro nach sich, unabhängig von der Dauer des Falschparkens. So können Fahrer eines Elektrofahrzeugs damit rechnen, dass die Ladestationen jederzeit verfügbar sind.

 

Bei der Parkplatzsuche profitieren Nutzer von Carsharing-Fahrzeugen von einem neuen Symbol für bevorrechtigtes Parken sowie einem Ausweis für Carsharing-Fahrzeuge, der hinter die Windschutzscheibe gelegt werden muss. Die Regelung gilt nur für professionelle Anbieter, nicht für privates Carsharing.

 

Was bisher eine juristische Grauzone war, ist in der neuen StVO eindeutig geregelt: Die Verwendung von Apps auf Smartphones und Navigationsgeräten, die auf Blitzer aufmerksam machen, ist genauso verboten wie die Nutzung von Radarwarnern. Die Geldbuße dafür beträgt 75 Euro. Außerdem gibt es einen Punkt in Flensburg

 

Und zu guter Letzt: Für das sogenannte Auto-Posing – das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung etwa durch unnützes Hin- und Herfahren – sind statt bis zu 25 Euro jetzt bis zu 100 Euro Geldstrafe fällig.(Foto: Jenoptik)

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