Ben Pon, der Urvater des Bulli: Die spannende Entstehungsgeschichte des Transporters VW Typ 2

Das Konzept für den Typ 2 geht auf den niederländischen Volkswagen-Importeur Ben Pon zurück, der im Jahr 1946 Wolfsburg besuchte, um Käfer, werksinterne Bezeichnung Typ 1, für den Import nach Holland zu kaufen. Dort sah er im Werk einen improvisierten, simplen "Plattenwagen" für den Teiletransport, beim dem der Fahrer hinten saß. Dabei kam ihm die Idee, basierend auf dem Chassis des Typ 1, etwas Besseres daraus zu machen. Den Typ 1 Transporter, der ihm vorschwebte, hielt er am 23. April 1947 als Skizze in einem Notizbuch fest. Im Gegensatz zu dem Plattformwagen versetzte er den Fahrerplatz von hinten nach ganz vorne und schlug eine Nutzlast von 690 kg vor. Da zu dieser Zeit jedoch der Typ 1 im Werk Wolfsburg produziert wurde, musste die Umsetzung seines Wagens noch warten.

Sobald es freie Kapazitäten gab, wurde innerhalb von nur drei Monaten ein Prototyp, intern der Typ 29, produziert. Das Chassis vom Typ 1 erwies sich allerdings als zu schwach, sodass beim Prototyp ein Leiterchassis mit Aufbaueinheit zum Einsatz kam, das zufällig den gleichen  Radstand wie der Typ 1 besaß. Die Ingenieure nutzten das Untersetzungsgetriebe vom Typ 81, sodass für den 1,5-Tonner ein Vierzylindermotor mit 25 PS (19 kW) verwendet werden konnte.

1948 – die Entstehung des Typ 2

Da die Aerodynamik der ersten Prototypen mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,75 ziemlich schlecht war, nutzten die VW-Ingenieure den Windkanal an der Technischen Universität Braunschweig, um das Design zu optimieren. Einfache Änderungen wie die in V-Form geteilte Windschutzscheibe und die V-förmige Sicke in der angrenzenden, vorderen Dachlinie senkten den Luftwiderstandsbeiwert auf 0,44, der damit sogar den Wert von 0,48 des Typ 1 übertraf. Der neue Generaldirektor von Volkswagen, Heinz Nordhoff (bestellt am 1. Januar 1948), genehmigte den Lieferwagen für die Produktion am 19. Mai 1949.

Die Produktion des ersten Kleintransporters VW T1 startete am 12. November, der nun intern Typ 2 genannt wurde und wegen seinem bulligen Erscheinungsbild den Spitznamen „Bulli“ bekam. Diesen Kosename, der sich schnell in der Öffentlichkeit verbreitete, durfte übrigens Volkswagen erst offiziell verwenden, nachdem die Kässbohrer Geländewagen AG zum 60-jährigen Jubiläum des T1 bereit war, die „Bulli“-Namensrechte an den VW-Konzern zu verkaufen.

Vom VW Typ 2 T1 wurden nur zwei Modelle angeboten, eine Version mit zwei Seitenfenstern und mittleren und hinteren Sitzen, die von einer Person leicht abnehmbar waren sowie ein fensterloser Kastenwagen zur gewerblichen Nutzung. Im Mai 1950 folgte ein Kleinbus, der erste der VW-Bus-Reihe und im Juni 1951 dessen Luxusversion, der „Samba“ Insgesamt wurden im ersten Produktionsjahr 9.541 Fahrzeuge vom Typ 2 gebaut. Im Modelljahr 1951 waren es bereits 11.805, und im August 1952 gesellte sich ein Einzelkabinen-Pritschenwagen zur T1-Familie.

Der Spitzname „Barndoor“

Neben den zwei oben genannten, aerodynamischen Merkmalen, hatten alle frühen Bulli, die in Wolfsburg von 1950 bis 1955 gebaut wurden, ein weiteres, markantes Erkennungsmerkmal: Die große Heckklappe, woraus der englische Spitzname „Barndoor“ (Scheunentor) für diese T1-Modelle entstand. Spätere gebaute T1-Modelle sind leicht zu erkennen. Die Dachsicke verschwand, das Dach bekam vorne einen leichten Überhang und das „Scheunentor“ schrumpfte auf rund zwei Drittel seiner ursprünglichen Höhe. Mit der Einführung des VW Typ 2 T2 im Jahr 1968 endete die Produktion des T1. (Quelle/Bilder: benpon.com)

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.