Bärenstarkes Fliegengewicht: 1981er Porsche 924 Carrera GTR

Im Jahr 1979 begann Porsche mit der Entwicklung des 924 Turbo als Gruppe-4-GT-Starter für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1980. Das neue Coupé wurde mit einem Vollmetall-Überrollkäfig und einer zusätzlichen Querverstrebung unter der Motorhaube ausgestattet. Die Karosserieteile bestanden aus Aluminium, leichtem Urethan und Glasfaser. Scheibenbremsen und Achsen stammten aus dem 935-Teilelager; ein größerer Ladeluftkühler wurde in die Nase eingebaut; ein verbessertes Fünfgang-Dog-Leg-Getriebe mit Sperrdifferential und eigenem Kühler am Heck verlieh dem Fahrwerk außergewöhnliche Balance.

Die Aufhängung war voll einstellbar, mit Titanfedern und Bilstein-Gewindefahrwerk vorne und hinten. Der 2,0-Liter-Reihenvierzylinder mit Trockensumpfschmierung entwickelte erstaunliche 375 PS und ein Drehmoment von 406 Nm, was den gerademal 929 kg schweren GTR auf eine Höchstgeschwindigkeit von 289  km/h brachte.

Nachdem 1980 ein Trio von 924ern erfolgreich debütierte, kehrte Porsche 1981 mit einem einzigen GTR und einem 924 GTP, der von einem neuen, aufgeladenen 2,5-Motor angetrieben wurde, nach Le Mans zurück. Beide kamen gut ins Ziel. Parallel dazu baute Porsche für 17 Kunden GTR-Wagen mit etwas weniger leistungsstarken Motoren.

Die großen Kotflügelverbreiterungen des 924 GTR verdeckten breite 16-Zoll-Leichtmetallräder mit Zentralverschluss von BBS, die mit innen berippten Turbinenabdeckungen ausgestattet waren, um die Bremsenkühlung zu verbessern. Die Windschutzscheibe war aus dünnerem Glas, während die leichtgewichtigen Türschalen nur einen Verriegelungsmechanismus und Rahmen mit verschiebbaren Kunststoffscheiben hatten. Der Innenraum war praktisch identisch mit dem der Werksrennwagen, mit Ausnahme des zweiten Schalensitzes und den Gurten für einen Beifahrer. Außerdem gab es eine Feuerlöschanlage und zusätzliche Instrumente.

Die Kundenautos fanden ein Zuhause bei Privatiers, und neun von ihnen fügten ihren Lebensläufen Teilnahmen in Le Mans hinzu. Zwei gingen nach Japan, darunter dieses Exemplar, das angeblich zwei Jahre lang beim Importeur gelagert wurde, bevor es ein japanischer Geschäftsmann erwarb. Es wird angenommen, dass diese Person den Wagen einige Male in Suzuka und Fuji gefahren hat; allerdings sind keine Aufzeichnungen darüber vorhanden, dass der Wagen jemals Rennen gefahren ist. Ansonsten wurde er viele Jahre lang sorgfältig in seinem Haus geparkt und tauchte jährlich zur Wartung bei Porsche-Spezialisten auf.

Abgesehen von einer Kraftstoffleitung, die ersetzt wurde, wird diese atemberaubende Renn-Maschine als äußerst original beschrieben und wurde nie beschädigt oder modifiziert. Sie wurde in Großbritannien zum Verkauf angeboten und später in die Vereinigten Staaten importiert. Am 22 Mai 2021 stand dann dieser 924 GTR bei RM Sotheby´s zur Versteigerung und wechselte schließlich für stolze 406.500 US Dollar, das sind umgerechnet rund 335.620 Euro, den Besitzer.(Photos: Khiem Pham / RM Sotheby´s)

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.