928 GTS - der stärkste und letzte Porsche der Transaxle-Familie mit 5,4-Liter-V8-Motor

Anfang der 1970er Jahre begann Porsche zum erst vierten Mal in seiner Geschichte mit der Vorbereitung eines komplett neuen Modells. Ursprünglich als Ersatz für den 911 gedacht, der zu diesem Zeitpunkt bereits ein Jahrzehnt alt war, sollte der neue 928 ein enormer technologischer Sprung nach vorn sein. Der 928 läutete einen potenziell massiven Richtungswechsel bei Porsche ein, denn die Marke beabsichtigte, den neuen 924 durch einen weiteren Frontmotor-Sportwagen mit vier Sitzplätzen zu ergänzen. Der Porsche 928, so dachten die Verantwortlichen in Zuffenhausen, sollte ein luxuriöses Flaggschiff werden, das die Langstreckentauglichkeit in den Vordergrund stellt.

Obwohl Ferdinand Piech zunächst einen V-10-Motor favorisierte, der aus zwei Audi-Fünfzylindern zusammengesetzt war, entschied man bei Porsche schließlich, dass ein neu konstruierter 4,5-Liter-V-8-Motor, anfangs mit 240 PS, besser passen würde. Der neue Motor wurde per Transaxle mit der Hinterachse gekoppelt, was die wünschenswerte 50/50-Gewichtsverteilung für optimales Handling ermöglichte und sich das schwerere Auto dadurch unkomplizierter und geschmeidiger fahren ließ. Ein Fünfgang-Schaltgetriebe war serienmäßig, wobei das optionale erhältliche Automatikgetriebe aus dem Hause Mercedes-Benz an die Touring-Absichten des 928 erinnerte.

Doch die bei weitem innovativste Ingenieursleistung beim 928 war die eingebaute „Weissach-Achse“, eine Hinterachse, die eine passive, aber blitzschnelle Hinterradlenkung ermöglichte und so die Längsstabilität auf der Autobahn und beim Bremsen in der Kurven erhöhte. Der 928 übersteuerte nicht mehr und wurde für Normalverbraucher deutlich einfacher beherrschbar. Die Weissach-Achse war der Grundstein für die moderne Achskinematik, wurde über die Jahre hinweg von Porsche ständig weiter entwickelt und ermöglicht heute auch das Beherrschen von Querkräften. Nicht zuletzt trug die Weissach-Achse dazu bei, dass der Porsche 928 2+2 im Jahr 1978 von der internationalen Fachpresse zum europäischen Auto des Jahres gekürt wurde.

Der Mann, der übrigens von Beginn an bis hin zum Ende die Transaxle-Ära erlebte, ist Harm Lagaaij. Der heute 74-Jährige und ehemalige  Porsche-Designer stammt aus den Niederlanden und prägte optisch wichtige Modelle der Sportwagenbauer in Zuffenhausen. Im Alter von 25 Jahren schuf er den Porsche 924, der eigentlich ein Auftrag von und für Volkswagen war, später aber doch ein Porsche wurde. Danach verließ Lagaaij Porsche, kehrte dort jedoch als Chefdesigner im Jahr 1989 wieder zurück und entwarf die finalen Transaxle-Modelle 968 und 928 GTS  – sowie den letzten luftgekühlten Porsche 911.

Der 928 entwickelte sich in den 1980er Jahren erheblich weiter und wurde zu einer Art Ikone des Erfolgs für seine gut betuchten Besitzer. Anfang der 1990er Jahre plante dann Porsche mit dem 928 GTS das Auslaufen des Modells, das schließlich 1992 angeboten wurde. Unter seiner Motorhaube saß nun eine 5,4-Liter-V8-Maschine mit 345 PS, gepaart mit größeren Bremsen und einem einzigartigen Styling. Als der 928 GTS zum Modelljahr 1993 in den USA auf den Markt kam, gehörte er damals zu den teuersten Autos auf der Straße.(Fotos: Remi Dargegen / RM Sothebys)

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