1997er VW Golf 3 GTI mit Turbo-Umbau, Tiefgang und Porsche-Lack

Ein Kennbuchstabe ist hier Programm: Unter der Haube dieses 1997er VW Golf 3 GTI, ursprünglich ein „Colour Concept“-Sondermodell, werkelt ein Motor mit der Bezeichnung „BAM“. Löst man den Code auf oder schaut einfach nur hin, entdeckt man einen 1,8-Liter-Vierzylinder-Benziner mit Turboaufladung. Der BBT K418T Hybrid-Turbo, Forge-Ladeluftkühler und die Edelstahl-Ansaugung mit offenem Filter treiben die Triebwerkleistung auf kernige 291 PS. Da kann man schon mal „Bäm“ sagen, vor allem, wenn ein Engländer, in diesem Fall nämlich Luke Cartwright, Hand an das Gefährt gelegt hat.

 

Zusammen mit seinem Kumpel Olly Bartlett pflanzte der Brite das neue Herz zwischen die Fahrwerksdome des GTI. Störende Kabel und Anbauteile gibt es nicht mehr zu entdecken, dafür schweift der Blick frei über den lackierten Motorraum des Dreiers im Farbton „Achatgrau Metallic“ aus der Porsche-Farbpalette, der auch die komplette Karosserie überzieht.

 

Bevor der Golf den Weg in die Lackierkabine antreten durfte, wurde noch ein wenig Hand an die Äußerlichkeiten gelegt. Luke ließ Wischdüsen, Embleme und Seitenblinker verschwinden, verbaute eine US-Front- und Heckschürze, rote Hella US-Rückleuchten, einen Vento-Kühlergrill, kombinierte das Styling-Paket mit Projektzwo-Außenspiegeln und kürzte den Kennzeichenausschnitt stark ein. Last but not least mussten die Radläufe vorne wie hinten Erweiterungsmaßnahmen über sich ergehen lassen, um den gestiegenen Platzanforderungen gewachsen zu sein.

 

An die Achsen des erstarkten Golf montierte Luke schicke O.Z. Fittipaldi-Räder im Format 9 und 9,5 x 16 Zoll. An der Vorderachse entdeckt man dahinter Sechs-Kolben-Bremsen mit 305-mm-Scheiben von Tarox. Als Reifen wählte der VW-Fan 195/40er und 205/40er Falken-Gummis für die richtige Portion „Tyre-Stretching“. Wenn man noch die 25-Millimeter-Spurplatten pro Rad vorne und die 20er Scheiben hinten dazurechnet, wird einem klar, dass hier einiges an Blech bewegt werden musste. Vor allem deshalb, weil der Golf dank eines Luftfahrwerks sich deutlich in Richtung Boden bewegen kann. Das Gesamtpaket besteht aus einem Airlift-Performance Airride und einer AccuAir E-Level-Steuerung, die den Blech-Body bei Bedarf bis auf die Flanken absinken lässt.

 

Nach der Steilvorlage außen ging es ebenso steil in Sachen Innenraum weiter. Das Interieur wurde mit edlem, grauem Alcantara bezogen und zudem mit roten Nähten verziert, darunter das Armaturenbrett, die Mittelkonsole, die Türverkleidungen und Türtaschen sowie die Sitzflächen hinten und die der Recaro CS-Sitze. Auf der Lenksäule steckt ein 280-mm-Lenkrad von Momo, und anstelle des originalen Radios wurde ein Samsung Galaxy-Tablet inklusive Bluetooth-Receiver als digitale Schaltzentrale eingebaut. Das Audio-Entertainment setzen akustisch Lautsprecher von Focal und ein JBL-Subwoofer um, die von einer Audison-Endstufe befeuert werden.
2019 machte sich Luke dann zusammen mit seiner Freundin auf eigener Achse zum über 1.600 Kilometer entfernten Wörthersee zum traditionellen GTI-Treffen. Die flotte Fahrweise und das Drehmoment vertrugen sich allerdings nicht so recht mit der Haltbarkeit eines Achsgelenks, welches auf der Rückfahrt den Dienst quittierte.

 

Der Golf ist übrigens Lukes erstes Projekt, wie er sagt. Aber es wird sicherlich nicht sein letztes sein. Als nächstes schwirrt ihm schon die Idee von einem umgebauten Ford Model A im Kopf herum. Ob mit Airride und Turbo-Power unter der Haube oder doch klassisch mit einem Big Block und jeder Menge Chrom – wir werden es bestimmt erfahren.

 

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